Schüler können Urlaub genießen

Verschwundene Prüfungen wieder aufgetaucht

München - Entwarnung für die 200 Schüler der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS): Ihre Abschlussprüfungen waren auf dem Postweg verlorengegangen. Am Montagmorgen sind nun alle Unterlagen unverhofft wieder aufgetaucht.

Montag, 8.16 Uhr: In dieser Minute hat sich das Schicksal der 200 Schüler der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS) gedreht. "Das war der Zeitpunkt, als bei unserem Zweitkorrektor der Postbote an der Türe klingelte", sagt Maximilian Weininger, Ausbildungsleiter der BVS, am Montagmorgen auf Bayern3. Und schickt sofort eine Entwarnung an seine Schüler hinterher: "Es wird keine zweite Prüfung geben, alle können sich wieder über ihren Urlaub freuen."

Und es gibt eine weitere gute Nachricht: Der Zweitkorrektor arbeitet mit Hochdruck daran, dass die Prüfungen fristgerecht fertig korrigiert sind. "Das war wirklich der Worst Case", sagt Maximilian Weininger. "Wir sind alle heilfroh."

Das war am Freitag passiert

Die Auszubildende Cäcilia Haringer war bis zum Wochenende ziemlich gut drauf: Die Abschlussprüfung zur Verwaltungsfachangestellten hatte sie seit Ende Mai „mit einem guten Gefühl“ hinter sich und die Übernahme durch das Landratsamt Ebersberg in der Tasche. „Eigentlich wollte ich jetzt den Sommer genießen“, sagt die 19-Jährige.

Eigentlich. Denn gestern bekam die junge Frau eine Nachricht, die ihr die sonnige Stimmung erstmal gehörig verdarb. In einer E-Mail teilte ihre Berufsschule, genauer die Bayerische Verwaltungsschule (BVS) mit, dass ihre Abschlussprüfung „auf dem Postweg vom Erst- zum Zweitkorrektor verschwunden ist und der Verbleib des Paketes bis heute nicht geklärt werden konnte“.

Cäcilia Haringer und mit ihr rund 200 weitere angehende Verwaltungsfachangestellte aus ganz Bayern müssen nun also nochmal zur Abschlussprüfung antreten – kulanterweise dürfen sie wählen, ob sie als Termin den 4. oder 18. August vorziehen.

Während Haringer, die viele ihrer Schulunterlagen bereits im Altpapier entsorgt hatte, sich nun wieder an den Schreibtisch setzt und büffelt, prüfen die Ausbilder, darunter auch das Ebersberger Landratsamt, rechtliche Schritte. „Wir fühlen uns total verarscht“, fasst die 19-Jährige zusammen, die außerdem fürchtet, dass sie ab 1. September zwar die Arbeit einer ausgelernten Verwaltungsfachkraft leisten wird, aber noch mit Azubi-Gehalt bezahlt wird – falls die Prüfungsergebnisse bis dahin nicht vorliegen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer hat sie jedoch noch: dass die alten Prüfungen doch noch auftauchen. Dann nämlich, so steht es in dem Schreiben der BVS, sei die Prüfungswiederholung hinfällig.  

Eine andere Schülerin, die anonym bleiben will, teilte unserer Onlineredaktion per E-Mail mit, dass es nicht nur ärgerlich ist, noch einmal lernen zu müssen, sondern dass es noch ein weiteres Problem gibt: Viele hätten schon mit einem vollen Gehalt ab September gerechnet, Wohnungen gemietet, Auto gekauft und sonstige Vorbereitungen getroffen. Gehalt gibt es aber erst, wenn die Prüfung bestanden ist. Und das könne sich jetzt noch hinziehen.

Die Schülerin ärgert sich besonders auch darüber, dass sie gerade mal zwei Tage Zeit bekommen hat (bis Montag, 21.07.), um sich zu entscheiden, ob und wann sie die Prüfung nachholt.

zip/kg

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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