Umfrage in mehreren Städten

QR-Codes auf Gräbern: Bayern zeigt sich offen

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Auf einem Handy wird am 21.10.2014 in Weilimdorf (Baden-Württemberg) eine Trauerseite eines Verstorbenen angezeigt. Die Trauerseite wird über einen QR-Code auf einem Grabstein angesteuert.

München - Das Internet erreicht den Friedhof. Ein QR-Code auf dem Grabstein kann Friedhofsbesucher auf eine Website mit Angaben zu dem Toten führen. In Bayern zeigt man sich grundsätzlich aufgeschlossen dafür.

Im Alltag gehören sie schon länger zum Stadtbild, etwa auf Werbeplakaten: QR-Codes. Wer über Friedhöfe flaniert, könnte vielleicht auch bald auf den ein oder anderen stoßen. Werden die schwarzweisen Pixelbilder mit einem Smartphone eingelesen, sollen sie dann auf eine Internetseite oder Bildergalerie der Verstorbenen führen. In München will der Stadtrat in Kürze über die Zulassung entscheiden - der zuständige Ausschuss hat schon zugestimmt. Auch andere bayerische Städte zeigen sich offen.

In Nürnberg sieht die städtische Friedhofsverwaltung kein Problem. Allerdings behält sie sich vor, die QR-Codes auf dem Grabstein zu überprüfen und bei unpassenden Inhalten ein Veto einzulegen. Dasselbe gelte auch für nachträgliches Anbringen von Codes an Grabmalen: „Wie jede bauliche Veränderung muss es erst genehmigt werden“, so ein Verantwortlicher.

Auch die Friedhofsverwaltung Regensburg zeigt sich QR-Codes gegenüber aufgeschlossen. Sie verweist auf eine Handlungsempfehlung des Deutschen Städtetags, wonach der Code als Grabinschrift gestaltet werden muss. Außerdem müssen die Hinterbliebenen den Inhalt der verlinkten Internetseite vollständig angeben. Spätere Änderungen dieses Inhalts müsse die Stadt nicht mehr kontrollieren.

Die Friedhofsverwaltung Würzburg sieht ebenfalls keinen Grund, sich gegen diese Codes zu stellen. „Es ist halt eine neue Zeit“, sagte eine Sprecherin, „und wenn dadurch mehr Leute zu den Gräbern kommen, ist das sicher nicht verkehrt.“

Ähnlich sieht man es auch im Allgäu. In Kempten merke man schon den Rückgang beim Aufstellen von Grabsteinen, so ein Sprecher. Viele Menschen lassen sich einäschern und verzichten auf ein Grab mit repräsentativem Grabstein. „Wir sind schon auf der Suche nach neuen Wegen, wie man den Leuten die Friedhöfe wieder näher bringt“, so der Sprecher. „Wir sind dem gegenüber also prinzipiell offen.“

In der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut glaubt man dagegen nicht, dass das als Trend groß bei der Bevölkerung ankommen wird. Rechtlich spreche nichts dagegen. Aber QR-Codes könnten eher Gräber bekannter Persönlichkeiten markieren und so dem Besucher deren Biografie näher bringen.

In Augsburg will man, sollte bei Bedarf die Sache dem zuständigen Amt vorlegen und dessen Entscheidung abwarten. Bisher war das aber noch nicht nötig.

dpa

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