Tierquälerei-Prozess

Ertl-Hof: Amtstierarzt erhebt schwere Vorwürfe

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Keine Kühe mehr im Stall: Der Hof der Familie Ertl in Rott.

Landsberg - Beim Prozess gegen den Sohn und die Witwe des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Josef Ertl wegen Tierquälerei hat der zuständige Amtstierarzt schwere Vorwürfe erhoben.

Die Kühe seien abgemagert und ungepflegt gewesen, sagte er am Dienstag vor dem Landgericht Landsberg. Auf die Frage, warum nicht ausreichend gefüttert werde, habe der Angeklagte damals geantwortet, die Tiere würden „das nur wieder he­rausscheißen“. Laut Anklage sind sieben Kühe an den Folgen der schlechten Haltung verendet. Der Amtstierarzt sprach von einem qualvollen Tod.

Rund 20-mal seien Behördenvertreter im vergangenen Jahr auf dem Hof in Rott gewesen, manchmal in Begleitung der Polizei, weil der Angeklagte tätlich geworden sei. Im November schließlich wurden die Tiere vom Hof genommen. Sie erholen sich mittlerweile auf einem anderen Bauernhof. „Wir füttern dort die vierfache Menge dessen, was sie vorher bekommen haben“, so der Tierarzt.

-Im Nachhi­nein wünsche er, seine Behörde wäre früher eingeschritten. „Der größte Fehler war, dass wir die Tiere nicht schon 2010 weggenommen haben. Wir hätten viele retten können.“

Ulrike Osmann

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