Das Rätsel um den Toten im Kofferraum

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Was ist passiert? Die Spurensicherung der Regensburger Kripo untersucht in Altenthann das Gelände rund um den ausgebrannten BMW und das Auto.

Altenthann - Mord, Suizid, Unglück oder Unfall? Was ist in der Nacht zum Sonntag nur mit Manuel passiert? Die Feuerwehr entdeckte den Leichnam des 21-Jährigen im ausgebrannten Wrack seines alten 318er-BMW.

Der Tote lag völlig verkohlt im Kofferraum! Wurde der junge Mann aus Roßbach-Wald (Kreis Cham) Opfer eines Verbrechens? Bei der Kripo Regensburg hieß es dazu am Sonntag nur: „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Leiche in ausgebranntem Auto entdeckt

Es sah alles nach einem Routineeinsatz aus, als die Feuerwehr in Altenthann (Kreis Regensburg) am Sonntag kurz nach Mitternacht alarmiert wurde und sich auf den Weg zur nahen Imkerschule machte, wo ein Autofahrer den Feuerschein entdeckt hatte. Von einem Fahrzeugbrand war die Rede. Und tatsächlich fanden die Männer schnell das brennende Fahrzeug. Es stand am unteren Ende eines Abhangs, fernab der Straße, auf einer Wiese, am Rande eines kleinen Wäldchens. „Da wollte wohl jemand billig sein Auto entsorgen“, ärgerte sich Feuerwehrkommandant Christian Wittmann noch – dann machten die Einsatzkräfte eine grausige Entdeckung. Im Kofferraum lag eine bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leiche.

Kurz darauf war die Kripo vor Ort und fand bald heraus, dass der BMW auf den 21-jährigen Karosseriemechaniker Manuel K. zugelassen ist. War er der Tote? Erste Recherchen ergaben, dass der junge Mann seit Samstagabend spurlos verschwunden war. Freunde wollen ihn zuletzt auf einer Party in Altenthann gesehen haben – nur ein paar Hundert Meter vom Auffindort entfernt. Aber was geschah dann?

Rechtsmediziner der Uni Erlangen obduzierten schließlich noch am Sonntagnachmittag die Leiche. Danach war klar: Der Tote ist Manuel K. Die Nachricht von dem schrecklichen Fund machte in Altenthann in Windeseile die Runde. Um sechs Uhr morgens eilte auch Bürgermeister Ludwig Eder an den von der Polizei bereits weiträumig abgesperrten Fundort der Leiche. Geschockt von der Nachricht informierte er die Imker von dem Polizeieinsatz. Die wollten sich am Sonntag zur Jahresversammlung im Bienenlehrstand treffen – doch auf Bitten der Spurensicherung verschob man die Sitzung ins Wirtshaus.

Auch dort gab es nur ein Thema: Was, um Himmels willen, ist mit dem jungen Mann passiert? Manuel galt als lebenslustig und optimistisch. Sein Tipp an Freunde war: „Immer nach vorne schauen.“ Manuel träumte von Luxus, schönen Frauen und tollen Autos. Die Kripo geht davon aus, dass der 21-Jährige an einer Rauchgasvergiftung starb. Konkrete Anhaltspunkte für ein Gewaltverbrechen fand man bisher nicht. Aber wie kam Manuel in den Kofferraum? Den BMW hatte er erst seit Kurzem. „Vorher hat er einen Audi gefahren“, sagt seine Chefin – für alles andere fehlen ihr, wie allen in Roßbach-Wald, die Worte.

WdP

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