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79-Jähriger tötet Enkel und sich selbst

Familiendrama: Temperament des Opas Grund für unfassbare Tat?

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Polizei am Tatort: Nach dem Mord an einem Achtjährigen verhindert Absperrband den Zugang zum Haus der betroffenen Familie.

Die Tat ist noch immer unbegreiflich. Doch erste Informationen zum Großvater, der seinen Enkel erschossen hat, könnten Hinweise auf ein Motiv geben.

Vogtareuth - Ein Schuss, dumpf, kein lautes Krachen, wie aus einer großkalibrigen Waffe. Etwa 20 Sekunden später ein zweiter. Das hörten Anwohner am Mittwochmorgen im idyllischen Zaisering (Kreis Rosenheim) nach dem Frühstück. In der Hochriesstraße hatte 79-jährige Sepp H. auf seinen behinderten Enkel Franz Josef geschossen, der Bub starb in einer Klinik. Sein Opa, der weglief und im Wald die Waffe gegen sich selbst richtete, starb ebenfalls am Mittwoch in einem Krankenhaus. Nun gibt es in der Familientragödie zwei Tote und eine Frage, die wohl unbeantwortet bleibt: Warum hat H. den Enkel umgebracht?

Die Staatsanwalt Traunstein ermittelt. Oberstaatsanwalt Jürgen Branz erklärte, die Umstände würden nun „in Ruhe ausermittelt“. Hinterbliebene wurde bereits befragt, wobei die Eltern des kleinen Franz-Josef am Tattag in einem Krankenhaus betreut wurden, weitere Angehörige erhielten von Notfallseelsorgern Trost.

Sepp H. soll rechthaberisch und aufbrausend gewesen sein

Zunächst war man davon ausgegangen, dass die Tat als Akt der Gnade angesehen werden könnte, dass Sepp H. den Bub vom Leiden erlösen wollte. Doch kann das so sein? Die Mutter Irmgard S., die vor den Schüssen ihren Franz Josef wie so oft die Straße in dessen Rollstuhl geschoben hatte, schrie sinngemäß bei der Tat „Geh weg! Geh weg!“und dürfte damit Opa Sepp H. gemeint haben. Der galt als sehr vermögend, aber auch rechthaberisch und bisweilen aufbrausend. Und es gibt widersprüchliche Beobachtungen über den Grad der Behinderung des Kleinen. So wurde er gesehen, wie er ohne Hilfsmittel unterwegs war, zudem habe er gesprochen, wenn auch nicht flüssig.

Am Mittwochabend, Stunden nachdem die erschütternde Tat sich ereignet hatte, wurde für den toten Franz Josef während der Sitzung des Gemeinderats Vogtareuth eine Kerze angezündet und des jungen Opfers gedacht. Zu dieser Zeit war sein Opa auch bereits tot. Wie es in dem Drama weitergeht, dürfte die Bürger weiter berühren. Wie lässt sich etwa eine Beerdigung gestalten, die beiden gerecht wird - dem achtjährigen Kind und seinem Opa.

mc

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