So diskutieren unsere User

Rasender Notarzt angezeigt: "Geht's noch?"

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Ob Notärzte wie  Dr. Alexander Hatz Autofahrer drängeln dürfen, darüber diskutieren User im Internet.

Karlshuld - Ein Notarzt raste und rettete einer Zweijährigen das Leben. Weil sich andere Autofahrer bedrängt fühlten, soll das seinen Führerschein kosten. Ob das richtig ist, darüber scheiden sich die Geister.

Der Fall des Notarztes, der drängelte, um einem erstickenden Mädchen schnell zu helfen, wird bei unseren Usern heiß diskutiert. Die meisten stellen sich auf die Seite von Notarzt Dr. Alexander Hatz. "So etwas ist verrückt, top Arzt, der so fährt", kommentiert etwa Michi P. auf der TZ-Facebook-Seite. Thomas Jonson schreibt auf merkur-online.de: "Respekt für den Doktor und seine Kollegen. Und Danke, dass Sie jeden Tag und jede Nacht unterwegs sind, um ihren Job zu erledigen." So denkt auch MissMarpel  auf merkur-online.de: "Ich stehe voll hinter dem Notarzt, er ist mit Blaulicht und Martinshorn gefahren. Das bedeutet für jeden Autofahrer: ,Aus dem Weg´."

Notärzte sollen trotz Eile Obacht geben

Viele User finden aber auch, dass Notärzte im Straßenverkehr nicht alles dürfen. Ruhig bleiben und Tee trinke n kommentiert auf merkur-online.de: "Ganz ungefährlich kann die Situation ja nicht gewesen sein, wenn gleich zwei Leute Anzeige erstatten." Ob das Leben eines Erwachsenen weniger wert sei, als das eines Kindes, fragt der User in die Runde. Zudem dauere es schließlich noch länger, wenn der Notarzt selbst einen Unfall baut. "Wenn es knallt, hilft man dem Kind noch später", sagt Manuel112 auf merkur-online.de.

Da fehlen die Worte

Anderen Usern fehlen einfach die Worte darüber, wie der Notarzt eine Anzeige bekommen konnte. Wie Christine B. auf Facebook: "Sprachlos!!! Geht's noch?" Oder Corinna B. : "Was soll ich sagen ... Es war wohl weder das Kind vom Oberstaatsanwalt noch das der zwei Autofahrer... Deswegen fällt mir echt nur ein: ,Armes Deutschland`."

Kritik an Klägern

User wie Horst  auf tz.de kritisieren den Staatsanwalt: "Wie krank ist ein System, wenn Notärzte in dem Fall bestraft werden!" Das sieht Schlumpf auf tz.de ähnlich: "Wie kommt man eigentlich auf die Idee, einen Notarzt anzuzeigen?! Was für eine kranke Welt!"

Viele verstehen das Vorgehen der beiden Autofahrer gar nicht, die Anzeige gegen den Notarzt erstattet haben. "Der Anzeigenersteller ist bestimmt der erste, der sich aufregen würde, wenn der Notarzt zu lange zu ihm braucht. Wieder einer mit einer Rechtschutzversicherung dem langweilig ist", kommentiert etwa CJR auf merkur-online.de.  Auch blablubb  kommentiert auf tz.de: "Dann hoffe ich doch mal, dass die zwei armen Autofahrer nie einen Notarzt brauchen." A.A. ist diese Diskussion sogar ziemlich peinlich. "Ich schäme mich fremd und zwar für die zwei aus unserer Mitte, die diese Anzeige erstattet haben. Was sind wir doch für eine Gesellschaft geworden...", schreibt er auf merkur-online.de. A Giasinga wird auf tz.de deutlich: "Ekelhaft. Sowohl von den Autofahrern, als auch vom Staatsanwalt."

Große Spendenbereitschaft

Zahlreiche User zeigen Solitarität mit dem Notarzt und wollen Spenden, falls er eine Geldstrafe zahlen muss. "Für diesen Mann würde ich auf die Straße gehen - Wer macht mit? Endlich ein Zeichen setzen!!!!", schreibt etwa Beaglebeate auf merkur-online.de. "Ich beteilige mich auch gerne mit 50 Euro am Prozess", versichert Björn  auf tz.de. Oder st auf merkur-online.de: "Ich würde sagen: Freie Bahn für alle Rettungsdienste!" Manche User fordern Dash-Cams in Einsatzfahrzeugen, um die Retter rechtlich abzusichern.

Autofahrer müssen auf Blaulicht achten

Schließlich habe ein Notarzt Sonderrechte und fahre nicht ohne Grund mit Blaulicht, finden andere Online-Leser. Sokrates MI  hofft beispielsweise, dass sein Notarzt im Falle des Falles zügig eintrifft. "Wenn wir Euch brauchen, sollt Ihr die Möglichkeit haben, Sonderrechte anzuwenden!", schreibt er auf merkur-online.de.

Viele User appellieren auch an Autofahrer. Sie müssten bei Blaulicht schnellstmöglich den Weg räumen.  "Man kann fast täglich beobachten, wie überfordert viele Fahrer sind, wenn ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht sich nähert", kommentiert etwa Soglned   auf tz.de. willi schreibt dementsprechend auf merkur-online.de: "Sollte man nicht lieber die Autofahrer anzeigen, die nicht für den nötigen Raum sorgten?". Ebenso wie Tucker  auf merkur-online.de: "Den beiden Dumpfbacken sollte der Prozess gemacht werden."

Arzt rettete Zweijährige

Unter den Usern sind viele einfach froh, dass das Kind wohlauf ist. "Hätte der Notarzt nicht entsprechend gehandelt, wäre das Kind vermutlich schwer behindert oder sogar tot. Möchten die Anzeigenerstatter dies auf dem Kerbholz haben?", kommentiert Fred Maine auf merkur-online.de.

Susanne Weiß

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