Unfall mit Tempo 170 in 80er-Zone?

Raservorwurf: CSU-Abgeordneter nimmt Stellung

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Völlig ramponiert: Der BMW des CSU-Abgeordneten Stephan Mayer nach dem Unfall im A94-Tunnel.

Altötting - Wie schnell war der CSU-Stimmenkönig Stephan Mayer (39) bei seinem Unfall wirklich unterwegs? Jetzt hat sich der Abgeordnete bei Facebook zum Raservorwurf zu Wort gemeldet.

Er ist der Stimmenkönig der CSU. Bei der Bundestagswahl holte der Altöttinger Stephan Mayer (39) in seinem Wahlkreis fast 66 Prozent, mehr als alle anderen aus seiner Partei. Da machte es auch nichts aus, dass er Anfang März auf der A 94 nach dem Tunnelausgang bei Heldenstein (Kreis Mühldorf) einen heftigen Unfall gebaut hatte: Er rammte damals mit seinem BMW von hinten auf der linken Spur den VW Pickup eines 20-Jährigen. Beide Männer wurden leicht verletzt. Seither kommen die Ermittlungen nur langsam voran, ein Grund: die Immunität des Abgeordneten.

Wie das Altöttinger Wochenblatt nun berichtet, könnte Mayer vor dem Crash viel zu schnell drangewesen sein: Die Geschwindigkeit im Tunnel ist auf Tempo 80 beschränkt, Videoaufzeichnungen sollen belegen, dass Mayer im Tunnel mit einer Geschwindigkeit von mindestens 170 Stundenkilometern in Richtung München unterwegs gewesen war. Der Unfall selbst passierte allerdings nicht im Tunnel, sondern draußen innerhalb der Einhausung, wo das Limit nicht mehr gilt. Laut Wochenblatt habe Mayer, der Rechtsanwalt ist, das Video anzufechten versucht.

Warum gestalten sich die Ermittlungen so schleppend? Die Aufhebung von Mayers Immunität wurde zwar nach dem Unfall durch die Staatsanwaltschaft Traunstein beantragt, dieser Antrag konnte aber vom zuständigen Ausschuss im Bundestag nicht vor der Wahl behandelt werden. Und jetzt heißt es wieder warten – bis der neue Ausschuss steht, der dann wiederum über die Aufhebung der Immunität berät.

Stephan Mayer meldete sich über Facebook zu dem Raservorwurf. Demnach sei die Darstellung, in der er kritisiert wird, weder Reue noch Einsicht zu zeigen, „vollkommen überzogen und falsch. Nur zur Klarstellung: Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich den Verkehrsunfall am 1. März verursacht habe und schuld an dem Unfall bin. Dafür habe ich mich auch umgehend bei dem anderen Unfallbeteiligten im Krankenhaus entschuldigt, und das ist, glaube ich, auch derjenige, den es betrifft“.

Der Bundestagsabgeordnete spricht außerdem selbst davon, zu schnell gefahren zu sein, dass er dafür auch die Verantwortung übernehme. Und: „Ich kann aber beileibe nichts dafür, dass bislang die Immunität nicht aufgehoben werden konnte.“

tz

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