Rechtsradikale Gewalt in Passau

Passau - Du trampelst nimma auf den Gräbern unserer Kameraden herum!“ Dass der Mann mit dem Glatzkopf dem Polizeidirektor Alois Mannichl diesen Satz entgegenschrie, deutet auf ein Ereignis heuer im Juli hin.

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Das Begräbnis des Altnazis Friedhelm Busse auf dem Friedhof St. Korona bei Passau. NPD-Aktivist Thomas Wulff legte dabei eine Hakenkreuzflagge mit ins Grab, die Polizei entfernte sie wieder. In diesem Fall und in einigen weiteren stellte sich Polizeichef Mannichl den Rechtsextremen entgegen –und zog sich so offenbar ihren Hass zu.

Im ganzen Bereich der Polizeidirektion Passau haben sich rechtsextremistische Straftaten seit 2007 schon jetzt auf 83 verdoppelt. In Passau fand sich kein Lokal für regelmäßige NPD-Treffen, also wichen die Neonazis in Traudls Café in Fürstzenzell aus – in Mannichls Wohnort.

Nach Busses Beerdigung etwa randalierten Rechte in der Stadt und griffen mehrere Menschen an. Mannichl und seine Beamten schritten ein. Sie verhinderten auch den Aufmarsch einer kleinen Gruppe Rechtsextremisten am Volkstrauertag am Kriegerdenkmal. In mehreren Internetforen der rechtsradikalen Szene wurde Mannichl nun verbal angegriffen und angefeindet. „Polizeidirektor Mannichl belästigt Trauergäste“ oder „Gewalt gegen Nationale von Polizeidirektor Mannichl erwünscht?“: Diese Beiträge stellte die NPD Passau auf ihre Homepage.

Die Messerattacke auf Mannichl könnte nun Auswirkungen auf den Umgang der Politik mit der NPD haben. Innenminister Joachim Herrmann sagte, dass zwar geklärt werden müsse, ob es sich definitiv um einen rechtsextremistischen Täter handle. „Wenn dem aber so ist, dann wird man in der Tat über ein Verbot der NPD neu nachdenken müssen.“

Auf einer rechtsradikalen Seite tauchte gestern kurzzeitig dieser Eintrag auf: „Jeder Krug geht so lange zu Wasser bis er bricht und wer meint, politische Gegner drangsalieren zu müssen, der wird damit leben müssen, dass auch diesem irgendwann einmal die Geduld reißt.“

Quelle: tz

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