Mitten in der Nacht

Selfie-Desaster auf Regensburger Dom: Mann stürzt ab - jetzt droht ihm Anzeige

Ein Foto vom nächtlichen Rettungseinsatz am Baugerüst des Doms in Regensburg.
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Ein Foto vom nächtlichen Rettungseinsatz am Baugerüst des Doms in Regensburg.

Dramatischer Einsatz mitten in der Nacht in Regensburg: Ein 28-Jähriger stürzte ab, als er auf das Dom-Baugerüst kletterte. 

  • Am Regensburger Dom* kam es in der Nacht zum Samstag zu einem schlimmen Unfall. 
  • Ein 28-Jähriger war auf das Baugerüst des Kirchengebäudes geklettert. 
  • Er wollte da offenbar ein Foto machen - und stürzte ab. 

Update vom 5. Juli, 19.47 Uhr: Der Regensburger Dom St. Peter ist eine Dauerbaustelle. Einer der beiden 105 Meter hohen Türme ist bis fast zur Spitze eingerüstet. Einen 28-Jährigen aus dem Landkreis Regensburg* hat das Baugerüst in der Nacht auf Samstag magisch anzogen. Wobei auch der Alkohol eine Rolle gespielt haben dürfte. Um, wie er später bekundete, von oben ein Selfie zu machen, kletterte der Mann um kurz vor drei Uhr in der Früh das Gerüst hinauf. Auf 50 Metern Höhe endete sein Plan beinahe in der Katastrophe: Er verlor den Halt, stürzte ab – und landete fünf Meter tiefer auf einer Plattform. Sozusagen ein Nothalt, der ihm das Leben gerettet hat.

Beim Aufprall zog er sich dennoch etliche Brüche und Prellungen zu, von allein konnte er nicht mehr absteigen. Der Mann schrie um Hilfe. Regensburger Nachtschwärmer wurden auf die verzweifelten Rufe des 28-Jährigen aufmerksam – und riefen die Rettung. Die Berufsfeuerwehr rückte mit der Drehleiter an, um aus dem Korb den Verunglückten im Gerüst zu lokalisieren. Sie entdeckten ihn am Rande der Plattform. Er wurde wegen der riskanten Position von Höhenrettern zunächst gesichert und erhielt oben noch notfallmedizinische Betreuung. Schließlich wurde er in einem Korb abgeseilt.

Ob ein Selfie das Ganze wert war? Dem Mann drohen jedenfalls für sein laut Polizei „tollkühnes Handeln“ strafrechtliche Konsequenzen.

Mann will Selfie auf Regensburger Dom machen und stürzt ab - Passanten hören seine Schreie

Erstmeldung vom 4. Juli: Regensburg - Gefährlicher Leichtsinn: Ein 28-Jähriger hat für ein Selfie sein Leben riskiert und löste einen großen und komplizierten Rettungseinsatz aus. Der Mann kletterte in der Nacht auf Samstag am Dom St. Peter auf ein Baugerüst. Auf rund 50 Meter Höhe, in den oberen Gerüst-Etagen und etwa auf der Ebene des Kirchendachs, stürzte der alkoholisierte Mann dann ab. Er fiel fünf Meter tief und blieb dort verletzt liegen. 

Unfall am Regensburger Dom: Mann stürzt ab und schreit um Hilfe

Anschließend rief er um Hilfe. Passanten hörten seine Schreie und alarmierten die Polizei. Selbständig hätte er nicht mehr herunterklettern können. 

Der junge Mann hatte bei dem Unfall sogar noch Glück. Nach Informationen der dpa zog er sich lediglich mittelschwere Verletzungen zu. Nur knapp hätte es wohl ein größeres Unglück gegeben, denn der Verletzte lag nur knapp an der Absturzkante. Deshalb musste ihn die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr zunächst sichern, um ein weiteres Abstürzen zu verhindern. 

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Die Dom-Baustelle in Regensburg: 

Nach dramatischer Rettung in Regensburg: Dom-Ausflug dürfte dem Mann einige Anzeigen einbringen

Dennoch dürfte sein nächtlicher Ausflug noch weitere Folgen haben. Er muss wohl mit einigen Anzeigen durch die Polizei rechnen, unter anderem wegen Hausfriedensbruch

Unklar blieb in der Nacht, ob der Mann tatsächlich alleine unterwegs war. Zunächst sei von zwei Personen die Rede gewesen, erfuhr unsere Redaktion von einer Regensburger Quelle. Deshalb suchte die Polizei zunächst die nähere Umgebung ab. 

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Insgesamt waren 20 Einsatzkräfte der Feuerwehr, mehrere Rettungswagen, vier Einsatzfahrzeuge der Polizei sowie ein Notarzt vor Ort. 

Archiv-Video: Selfie auf Motorrad geht daneben - Unfall

Zuletzt sorgte im Juni ein Mord auf offener Straße in Regensburg auch überregional für Bestürzung. Ebenfalls im Juni kam es zu einem SEK-Einsatz in Regensburg, weil ein 41-Jähriger einen selbstgebauten Brandsatz zündete. Hierbei wurde auch ein Beamter verletzt. In Ansbach haben mehrere Unbekannte zwei Männer brutal angegriffen und krankenhausreif geprügelt.

Im bayerischen Obergünzburg (Landkreis Ostallgäu) kam es am Montag (6. Juli) zu einer schrecklichen Tat. Ein Mann erstach seine Frau in einem Bus - vor den Augen der Passagiere.

 (mag) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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