Alpenverein rechnet mit zehn Prozent mehr Übernachtungen

Rekordsommer auf den DAV-Hütten

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Viele Gäste ließen es sich auf den DAV-Hütten gutgehen. Im Bild: die Bad Kissinger Hütte.

München - Auch für den deutschen Alpenverein war der Sommer 2015 ein Rekordsommer. Über Wochen gab es ideale Bedingungen für den Bergsport - was sich auch in den Zahlen niederschlägt.

Vierzig Grad im Schatten – so lange ist das noch nicht her. Es war ein Supersommer, einer der Rekorde. Auch für den Deutschen Alpenverein, der gestern seine Hüttenbilanz zog. „Über viele Wochen herrschten ideale Bedingungen für den Bergsport“,sagt DAV-Sprecher Thomas Bucher. Entsprechend liest sich die Bilanz: „Wir hatten etwa zehn Prozent mehr Übernachtungen als normalerweise“, so der zuständige DAV-Ressortleiter Robert Kolbitsch. „Über diesen rekordverdächtigen Sommer freuen wir uns natürlich.“ 

In einem durchschnittlichen Jahr zählt der DAV in seinen 326 Hütten rund 800.000 Übernachtungen – rund 720 000 davon fallen in den Sommer. Zehn Prozent mehr kamen nach vorläufigen Schätzungen heuer zusammen. „Ob das ein Allzeitrekord ist, steht noch nicht fest“, sagt Kolbitsch. Eines sei aber sicher: Viele Hütten kämen an ihre Belastungsgrenze. 

Vor allem leicht erreichbare Hütten und jene an beliebten Fernwanderwegen, wie den von München nach Venedig oder von Oberstdorf nach Meran. Die erste Etappe endet in der Kemptner Hütte. Die Wirtin Gabriele Braxmair zählte gut 21.000 Übernachtungen – so viele, wie es noch nie auf einer DAV-Hütte in einer Sommersaison gegeben hat. 

Und die Gäste stellen hohe Ansprüche. „Viele wünschen sich Doppelzimmer und eine warme Dusche“, berichtet Braxmair. „Auf fast 2000 Metern Höhe können wir das aber nur sehr eingeschränkt bieten.“ Auch die Versorgung mit Wasser und Energie stößt bei 200 Gästen pro Tag an ihre Grenzen. 

Eine Ausweitung der Übernachtungskapazitäten auf seinen Hütten kommt für den DAV aufgrund des Naturschutzes nicht infrage. Glück hatten auch die Wirtsleute der Hochlandhütte im Karwendel. „Wir sind im ersten Jahr hier oben und hatten gleich eine solche Saison“, so Stefan Müller über den Traumsommer. Doch Hitze und Trockenheit waren auch eine Herausforderung. „Zeitweise versiegte unsere Quelle.“ Hieß also: Wasser sparen!

tz

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