Das sagt die Behörde

Riesen-Stau beim Weltcup: Fehler zugegeben

Oberau - Der Riesen-Stau am zweiten Weltcup-Wochenende: Er sorgte auch für Riesen-Ärger bei Autofahrern und Organisatoren des Ski-Rennens. Jetzt gibt's die Antworten der Behörden.

An den Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen hat der Sachbearbeiter nicht gedacht. Deshalb genehmigte der Mitarbeiter des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen für den vergangenen Samstag eine Befragung von Verkehrsteilnehmern in Oberau. Das Ergebnis ist bekannt: ein enormer Stau, dazu Ärger bei Autofahrern und dem Organisationskomitee für den Weltcup. Die Behörde räumt indes ihren Fehler ein.

Anfang Februar hatte ein Ingenieurbüro im Auftrag der Autobahndirektion Südbayern den Antrag für diese Verkehrserhebung in Oberau gestellt. Anschließend habe das Amt die Polizei in Garmisch-Partenkirchen, das Staatliche Bauamt in Weilheim und die Straßenmeisterei in Oberau gehört, „ohne dass eine der beteiligten Stellen Einwände geäußert hätte“, schilderte Stephan Scharf, Pressesprecher der Kreisbehörde, am Montag auf Nachfrage des Garmisch-Partenkirchner Tagblatts. Weil auch dem Bearbeiter die Terminkollision nicht auffiel, erteilte er am 14. Februar die Genehmigung – für die Aktion am Samstag. „Das Landratsamt bedauert, dass dadurch zusätzliche Verkehrsbehinderungen entstanden sind“, betonte Scharf.

Die Autobahndirektion sieht die Ursache für den enormen Stau derweil nicht allein in der heftig kritisierten Befragung. Vielmehr sei das hohe Verkehrsaufkommen „durch das schöne Wetter und eventuell den Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen“ schuld gewesen, sagte Behördensprecher Josef Seebacher. Allerdings sei „nicht vollständig ausgeschlossen, dass die Befragung zu einer zusätzlichen Engstelle geführt hat“.

Das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt bei Facebook - werden Sie Fan!

Hat es sein müssen, dass die Aktion just am Samstag stattfinden musste? An einem Tag, an dem Reiseverkehr herrscht, Urlauber und Tagesausflügler in die Berge strömen und die Damen-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen startet? Fragen, die sich viele Verkehrsteilnehmer stellten, die schon morgens im Stau standen und für wenige Kilometer von der A 95 bis Farchant weit über eine Stunde brauchten. Fragen, die sich auch die Autobahndirektion gestellt hat – aber aus anderen Gründen: Die Behörde hatte doch tatsächlich Sorge, dass der Ski-Weltcup abschrecken könnte, also weniger Wintersportler wie erhofft in die Region fahren und es damit nicht genug Teilnehmer für die Aktion geben könnte. „Es wurde ein Tag gesucht, an dem viel Freizeit- und Tourismusverkehr herrscht“, so Seebacher. Das war am Samstag tatsächlich der Fall. Der Stau löste sich auch nur zäh auf, als die Polizei die Umfrage kurzerhand beendete.

Die Ergebnisse der Befragung sind Seebacher zufolge bisher nicht bekannt. Und damit auch nicht, ob die Aktion für das „Gesamtverkehrsmodell Bayern“ wiederholt wird.

Matthias Holzapfel

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?
Allerheiligen 2017: Wie lange dauert das Tanzverbot in Bayern?
Wagen geriet auf Gegenfahrbahn: Frauen bei Frontal-Crash schwer verletzt
Wagen geriet auf Gegenfahrbahn: Frauen bei Frontal-Crash schwer verletzt
Bildungsalarm: Niveau bei Grundschülern sinkt, nur Bayern sticht hervor
Bildungsalarm: Niveau bei Grundschülern sinkt, nur Bayern sticht hervor

Kommentare