Riesending-Schachthöhle

Schwierige Etappe mit verletztem Höhlenforscher

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 Der Screenshot aus einem Video der Bergwacht Bayern vom Montag zeigt den verletzten Höhlenforscher Johann Westhauser, der durch die Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden transportiert wird.

Berchtesgaden - Es geht aufwärts, schneller als gedacht. In Deutschlands tiefster Höhle hat sich der Trupp mit dem verletzten Forscher auf den Weg zum nächsten Biwak gemacht.

Die Rettung des verletzten Höhlenforschers aus der Riesending-Schachthöhle in den Berchtesgadener Alpen liegt gut im Zeitplan. Der Trupp mit dem verunglückten Johann Westhauser erreichte am Montag laut Bergwacht bereits Biwak 3 in rund 700 Metern Tiefe. Nach einer mehrstündigen Ruhepause nahm der Rettungstransport die nächste Etappe in Angriff. Gegen 17.30 Uhr sei der Trupp von Biwak 3 aus aufgebrochen, teilte ein Sprecher der Bergwacht in Berchtesgaden mit. Nächstes Ziel sei nun Biwak 2 in rund 550 Metern Höhe. Für die schwierige Wegstrecke, die von zahlreichen Auf- und Abstiegen geprägt sei, seien 24 Stunden eingeplant.

Der erfahrene Höhlengänger Johann Westhauser, der am Institut für Angewandte Physik des Karlsruher Instituts für Technologie arbeitet, hatte durch einen Steinschlag in 1000 Metern Tiefe ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Am Freitag hatte sich der Rettungstrupp auf den langen und beschwerlichen Weg nach oben gemacht.

Am Montagmorgen hatte der Trupp Biwak 3 erreicht. Rund neun Stunden hatten die Helfer mitsamt dem Verletzten zuvor für ihren Weg zu der Ruhestätte benötigt. Damit waren sie deutlich schneller als erwartet, eigentlich waren für die Strecke bis zu zwei Tage eingeplant worden.

Eine genaue Prognose, wie lange der weitere Transport über senkrechte, glatt geschliffene und glitschige Wände bis zur Oberfläche brauchen wird, gibt es nicht. „Man muss klar sagen, dass das Stück, das jetzt kommt, schwieriger ist als das vorherige“, sagte ein Mitarbeiter der Bergwacht. „Wir planen jetzt bis Sonntag.“ Es könne aber auch kürzer oder länger dauern.

Die Retter bringen Westhauser auf einer Trage durch enge Gänge, Canyons und über unterirdische Bachläufe. Über die Steilwände mussten sie ihn hochziehen. Vor allem arbeiten die Helfer mit einem Pendelzug, bei dem sich andere Höhlenkletterer als Gegengewicht die Wand hinunterlassen.

Bis Biwak 4 hatten die Helfer zunächst die „lange Gerade“ überwinden müssen. Was auf Plänen und Skizzen der Höhle aussieht wie ein langer horizontaler Gang, ist den Beschreibungen zufolge in Wirklichkeit verwinkelt. Der Weg führte durch Engstellen und um enge Kurven. Dann ging es über senkrechte Schächte rund 200 Höhenmeter nach oben zu Biwak 3.

Bilder von der Rettungsaktion an der Riesending-Schachthöhle am Untersberg

Bilder von der Rettungsaktion an der Riesending-Schachthöhle am Untersberg

Westhauser gehörte zu den Entdeckern der Riesending-Höhle. Am Sonntag vor einer Woche hatte Steinschlag die Forschergruppe von Westhauser und zwei Freunden in 1000 Metern Tiefe überrascht. Der erfahrene Höhlengänger wurde von einem Brocken am Kopf getroffen.

Bei dem Unfall treffe niemanden Schuld, sagte Westhausers Frau der „Bild“-Zeitung vom Montag. „Johann und seine Begleiter können sich blind aufeinander verlassen. Es sind extrem erfahrene Höhlenforscher. Alle Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen. Alle sind topfit. Und trotzdem bleibt ein Restrisiko.“ Sie hatte ihren Mann auf leichteren Routen begleitet.

dpa

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