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20 Rinder sterben auf Hof in der Oberpfalz: Landwirt hat sie über Monate nicht versorgt

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Von: Thomas Eldersch

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Wieder hat ein Landwirt zahlreiche Rinder verhungern und verdursten lassen.
Wieder hat ein Landwirt zahlreiche Rinder verhungern und verdursten lassen. © Philipp Schulze/dpa/Symbolbild

Ein Landwirt aus der Oberpfalz hat sich der Polizei gestellt, weil unter seiner Obhut 20 Rinder qualvoll verendet sind. Eine Anzeige läuft.

Amberg – Über Monate hinweg wurden Rinder auf einem Hof in der Oberpfalz nicht ausreichend mit Wasser und Futter versorgt. Für 20 Tiere bedeutete das den Tod. Weitere mussten im Anschluss von ihrem Leid erlöst werden. Nicht das erste Mal, dass solch eine Tragödie in Bayern stattgefunden hat. Im April stand ein Landwirt aus Mittelfranken vor Gericht, weil in seiner Obhut rund 170 Rinder qualvoll verhungert sind.

20 Rinder verenden auf Hof in der Oberpfalz: Landwirt stellt sich der Polizei

Der Hof des betroffenen Bauers aus der Oberpfalz schien eigentlich immer einen guten Eindruck zu machen. So bestätigten es die Familie und Nachbarn des betroffenen 62-Jährigen. Auch wenn der Mann den Betrieb alleine bewirtschaften musste, soll er äußerlich in einem gepflegten Zustand gewesen sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Amberg-Sulzbach. Es gab zwar in den vergangenen Jahren immer wieder kleinere Mängel bezüglich der Tierhaltung. Diese hätte der Landwirt aber stets behoben, „sodass keine weiteren amtlichen Maßnahmen notwendig waren“.

Dass auf dem Hof Rinder qualvoll um ihr Leben kämpften, kam erst zufällig ans Licht. Am Samstagabend, 30. April, besuchte die Schwester den 62-Jährigen. Dort fielen ihr die toten Tiere im Stall auf. Wahrscheinlich redete sie ihrem Bruder ins Gewissen, denn bereits am nächsten Tag meldeten sich beide bei der Polizei. Der Landwirt erstattete Selbstanzeige und gab an, aus gesundheitlichen Gründen die Tiere nicht mehr adäquat versorgt zu haben. Die Beamten schalteten daraufhin das Veterinäramt ein.

Landwirt aus Mittelfranken lässt über 170 verhungern und wird verurteilt (Video)

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Veterinäramt findet 20 tote Rinder auf einem Hof in der Oberpfalz

Am 1. Mai verschaffte sich das Amt einen Überblick auf dem Hof. Dabei stellten sie fest, dass die Tiere bereits über Monate hinweg nicht ausreichend mit Wasser und Futter versorgt wurden. 20 tote Rinder wurden vor Ort gefunden. Wenig später mussten weitere Tiere aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes von ihrem Leid erlöst werden. Drei Rinder wurden zu Bauern in der Umgebung gebracht. Die genauen Todesumstände werden derzeit noch vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht. Die Pathologie in Erlangen wird dafür ein amtstierärztliches Gutachten erstellen.

Inzwischen läuft eine Anzeige gegen den Landwirt wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Außerdem strebt das Veterinäramt ein Tierhalte- und Betreuungsverbot an. Der 62-Jährige befindet sich derzeit in fachärztlicher Behandlung, schreibt das Landratsamt in seiner Pressemitteilung. (tel)

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