Polizei: Er hatte riesiges Glück

34-Jähriger stürzt beim Fotografieren in die Tiefe

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Ohlstadt - Zu einem spektakulären Absturz ist es in den frühen Morgenstunden am Rötelstein gekommen. Ein 34-Jähriger war beim Fotografieren in die Tiefe gestürzt.

Einen Absturz aus rund 120 Metern Höhe hat ein Bergsteiger am Rötelstein bei Schlehdorf schwer verletzt überlebt. Der 34 Jahre alte Mann war am frühen Mittwochmorgen mit einem 49-Jährigen zu Fotoaufnahmen in Richtung Gipfel aufgebrochen.

„Der Mann hatte riesiges Glück“, sagt Polizeibergführer Johannes Kufner. Der gut ausgerüstete Bergsteiger hätte sich in dem zum Teil 70 Grad steilen Gefälle mehrmals überschlagen, dabei wurde er aber nicht lebensgefährlich verletzt. Ein Baumstamm stoppte schließlich den Sturz des Wackersbergers. Glücklicherweise blieb er von schweren Kopf-, Wirbel- und inneren Verletzungen verschont. „Der Mann war die ganze Zeit ansprechbar“, sagt Kufner. Warum es auf dem Osthang des Berges zu dem Unfall kam, ist für die Einsatzkräfte bislang unklar. „Die beiden gelten als sehr bergerfahren.“

Deshalb brachen sie wohl auch bereits in der Morgendämmerung in Ohlstadt auf. Nach einer kurzen Rast auf dem 1394 Meter hohen Gipfel sollen die Männer für bessere Fotomotive auf dem nach Osten führenden Wiesengrat abwärts gewandert sein. Doch sie kamen nicht weit. Bereits nach kurzer Zeit verlor der 34-Jährige aus bislang ungeklärter Ursache auf dem weglosen Grat das Gleichgewicht. Vergeblich suchte er nach Halt. Ungebremste stürzte er über den rutschigen, steilen Bergwaldboden in die Tiefe. Als er schließlich mit mehrfachen Brüchen seiner Beine liegenblieb, stieg sein Begleiter so schnell es ging zu ihm ab. „Dieser führte die Erstversorgung durch und setzte kurz darauf einen Notruf ab“, berichtet Kufner.

Weil ein Sturz aus großer Höhe meist verheerende Folgen haben kann – und oft auch tödlich endet – wurde der Polizeibergführer zur Unglücksstelle gerufen. Bei der Bergung halfen auch die Bergwachtmänner aus Murnau und Ohlstadt. Für die Retter sei es ein extrem schwieriges Gelände gewesen, berichtet ein Sprecher der Ohlstädter Bergwacht. Um den Schwerverletzten schließlich sicher zu bergen, wurde der SAR-Hubschrauber der Bundeswehr alarmiert. Die Besatzung flog den erfahrenen Bergsteiger ins Murnauer Unfallkrankenhaus. Sein Begleiter aus Kochel, der einen Schock erlitt wurde ebenfalls von den Einsatzkräften versorgt.

Matthias Strehler

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