Die tz sprach mit Roger Ponton

Das sagt der langjährige Haderthauer-Geschäftspartner

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Roger Ponton fühlt sich in zweifacher Hinsicht von den Haderthauers betrogen.

München - "Geld ist es bestimmt nicht, was mich zu diesem Schritt bewogen hat", sagt Roger Ponton. Die tz sprach mit dem langjährigen Geschäftspartner der Haderthauers.

Für Haderthauer-Fans ist Roger Ponton (84), der langjährige Geschäftspartner von Christine und Hubert Haderthauer, ein Buhmann. Völlig haltlos sei sein Vorwurf, von dem Ehepaar über den Tisch gezogen worden zu sein. Mit seiner Strafanzeige wegen Betrugs gehe es ihm nur ums Geld. Was sagt er selbst dazu?

„Geld ist es bestimmt nicht, was mich zu diesem Schritt bewogen hat“, sagt er zur tz und lässt einen Einblick in seine Vermögensverhältnisse zu. Seinen Angaben zufolge hält er bis in die jüngste Zeit 50 Prozent an einem florierenden Unternehmen, das Sportwaffen vertreibt und einen jährlichen Umsatz im hohen zweistelligen Millionenbereich erzielt: „Das bringt mir viel mehr ein, als ich in meinem Leben noch ausgeben kann. Rücksicht auf Erben muss ich auch keine nehmen, denn ich habe keine Kinder.“

Das Motiv, gegen seine früheren Geschäftspartner vorzugehen, habe einen ganz anderen Grund: „Erst wurde die Firma Sapor Modelltechnik, die zur Hälfte mir gehörte, ohne mein Wissen von den Haderthauers verkauft. Und dann wurden mir falsche Zahlen vorgelegt, damit ich einer außergerichtlichen Vereinbarung zustimme. Das ist Betrug in zweifacher Hinsicht.“ Wobei die Haderthauers dies freilich anders sehen und die Vorwürfe abstreiten.

Ponton versichert, dass es ihm mit seinem juristischen Vorgehen nur darum gehe, seine Investitionen, rund 200 000 Euro, wieder zurück zu bekommen. „So, wie es aussieht, waren die Modellautos ein Millionengeschäft. Mir gegenüber haben die Haderthauers dagegen von einem Verlustgeschäft gesprochen.“

Den Verdacht, dass bei dem umstrittenen Geschäftsmodell nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, hegt auch die Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt bereits seit Längerem gegen Hubert Haderthauer, Leiter der Landgerichtsärztlichen Dienststelle in Ingolstadt, und seit vergangener Woche auch gegen Staatskanzleichefin Christine Haderthauer. Die Politikerin zeigt sich unbeirrt. Am Wochenende postete sie auf ihrer Facebook-Seite: „Das ist weder moralisch anrüchig noch ein fragwürdiges Geschäftsmodell, sondern ein Beitrag (….) zu Resozialisierung und Schaffung moderner Angebote, die eben mehr sind als Tütenkleben.“

Ganz so toll, wie die Ministerin die Produktion der Modellautos in den Bezirksrankenhäusern Ansbach und Straubing durch psychisch kranke Straftäter darstellt, sah es offensichtlich nicht einmal ihr Mann. Der Spiegel zitiert in seiner neuesten Ausgabe aus einem Brief, den Hubert Haderthauer 1994 an einen US-Geschäftspartner schrieb. Darin heißt es, dass es ein großes Problem mit der „Unvereinbarkeit meines Berufs und Sapor Modelltechnik“ gebe.

In dem Bericht wird auch die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Übertragung der Gesellschafteranteile von Christine auf ihren Mann Hubert im Jahr 2003 angezweifelt. Diese Problematik hatte bereits der Landtagsabgeordnete Horst Arnold (SPD) thematisiert. Der Rechtsexperte, ein ehemaliger Richter und Staatsanwalt, vertritt die Auffassung, dass Gesellschafteranteile bei einer Personengesellschaft (GbR) wie der Sapor Modelltechnik ohne eine entsprechende schriftliche Vereinbarung überhaupt nicht übertragen werden können. Eine derartige Vereinbarung, wie aus einem Schreiben des Haderthauer-Anwalts hervorgeht, hat es offensichtlich auch nicht gegeben. Zur tz sagte Arnold: „Frau Haderthauer war faktisch bis zur außergerichtlichen Vereinbarung im Jahr 2011 Gesellschafterin der Firma. Hinzu kommt, dass diese Vereinbarung angefochten wird. Sollte diese Vereinbarung aufgehoben werden, ist auch der darin nachträglich sanktionierte Verkauf der Firma nicht rechtsgültig. Das würde bedeuten, dass Frau Haderthauer noch heute Gesellschafterin ist.

H. Reister

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