Unfall im November 2016

Junge Frauen tot gerast: Urteil steht fest - doch nun legt Verteidiger Revision ein

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Zwei junge Frauen starben bei einem schweren Unfall 2016. In der Berufungsverhandlung forderten zwei Angeklagte einen Freispruch.

2016 starben zwei junge Frauen nach einem Raserunfall. Für die damals verantwortlichen Todesfahrer fiel nun das Urteil - doch ein Anwalt legte Revision ein.

  • Bei einem Unfall im November 2016 kamen zwei junge Frauen zu Tode.
  • Ein Unfallbeteiligter wurde bereits verurteilt, zwei weitere legten Berufung ein. Sie forderten einen Freispruch.
  • Die Eltern der Unfallopfer sind noch immer erschüttert. 

Update vom 14. November: Der Anwalt einer der beiden verurteilten Autofahrer legte nun Revision ein. Der Prozess um den Unfall mit den zwei getöteten jungen Frauen könnte also noch einmal weitergehen. Der 25-jährige Angeklagte hatte während der Verhandlung die Schuld von sich gewiesen. 

Rosenheim/Traunstein: Urteil in zweiter Instanz gefallen  

Update vom 13. November: Im Prozess um einen Unfall mit zwei toten jungen Frauen bei Rosenheim haben zwei junge Autofahrer am Dienstag Haftstrafen bekommen. Das Landgericht Traunstein verurteilte einen 25-Jährigen am Dienstag in zweiter Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren und fünf Monaten. Das sind fünf Monate mehr als in erster Instanz vor dem Amtsgericht Rosenheim. Für seinen 26 Jahre alte Freund bleibt es bei dem Urteil des Amtsgerichts von zwei Jahren und drei Monaten. Beide hatten gegen die Amtsgerichtsurteile Rechtsmittel eingelegt. 

Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und drei Monate beziehungsweise drei Jahre Haft verlangt, ebenso die Nebenkläger. Die Verteidiger der jungen Männer hatten auf Freispruch plädiert. Ihre Mandanten hätten den Unfall nicht verhindern können.

Den Ulmer Autofahrer hatte das Amtsgericht Rosenheim wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, er akzeptierte das Urteil. Auch seine Beifahrerin wurde damals schwer verletzt.

Zwei junge Frauen sterben bei Unfall - Prozess wird neu verhandelt

Ursprünglicher Artikel vom 12. November

Rosenheim/ Traunstein - Der Unfall sorgte im November 2016 für Wut und Betroffenheit: Bei einem gefährlichen Überholmanöver raste ein Ulmer Autofahrer in ein entgegenkommendes Auto. Zwei der drei Insassinnen kamen dabei ums Leben - sie waren gerade mal 15 und 21 Jahre alt. Der Fahrer wurde vor dem Amtsgericht Rosenheim zu einem Jahr und acht Monaten Haft, zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt. 

Der Ulmer akzeptierte das Urteil damals. Zwei weitere Autofahrer, die ebenfalls in den Unfall verwickelt waren, legten dagegen Rechtsmittel gegen ihre Verurteilung zu Haftstrafen von zwei Jahren beziehungsweise zwei Jahren und drei Monate ein. Jetzt wird der Fall vor dem Landgericht Traunstein erneut verhandelt.

Rosenheim/ Traunstein: Zwei Beteiligte des tödlichen Unfalls wollen Freispruch

Der Vorwurf gegen die beiden heute 25- und 26-Jährigen lautet wie folgt: Sie sollen den Ulmer nach seinem versuchten Überholmanöver mit ihren Wägen den Weg zurück auf die rechte Spur versperrt zu haben. Und das, obwohl Gegenverkehr in Sicht war - das Auto mit den drei jungen Frauen.

Der Traunsteiner Staatsanwalt Jan Salomon forderte jetzt sogar eine jeweils um ein Jahr höhere Strafe als diejenige, gegen die die beiden Berufung eingelegt hatten. 

Die Verteidiger der beiden sprachen sich dagegen für einen Freispruch aus, weil ihre Mandaten den Unfall nicht hätten verhindern können. Der 25-Jährige wandte sich in seinem Schlusswort sogar an die Familie der Verstorbenen sowie die dritte Fahrzeuginsassin, die den Unfall schwer verletzt überlebt hatte. Sie alle waren als Nebenkläger im Gerichtssaal vertreten. Er sei im Stande ihnen aufrichtig in die Augen schauen und sagen, dass er nichts für den Unfall könne, sagte der Beschuldigte.

Rosenheim/ Traunstein: Eltern sicher: Straßenrennen war Ursache für den Unfall

Zweifel an dieser Aussage wecken die Berichte einiger Polizisten, die den 25-Jährigen bereits im Vorfeld des ersten Gerichtsprozess bei einem illegalen Straßenrennen erwischt hatten. 

Die Mutter der getöteten 15-Jährigen sagte auch deswegen: „Als Eltern sind wir der Auffassung, dass es ein Rennen war.“ Auch der Vater der getöteten 21-jährigen Fahrerin fand klare Worte: „Man kann sich nicht vorstellen, was wir als Eltern durchgemacht haben.“ Die Rechtslage sei für ihn vollkommen klar.

dpa/ huc

Rosenheim/Traunstein: Prozess geht nach Berufung in neue Runde

Ursprünglicher Artikel vom 2. September 2019:

Rosenheim/Traunstein - Zwei junge Frauen tot, zwei weitere schwer verletzt - fast drei Jahre nach dem schweren Unfall bei Rosenheim wird die juristische Aufarbeitung in nächster Instanz fortgesetzt: Am 10. Oktober beginnt die Berufungsverhandlung am Landgericht Traunstein gegen zwei Autofahrer, wie eine Sprecherin am Montag sagte. Das Amtsgericht Rosenheim hatte die beiden wegen fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen verurteilt.

Rosenheim/Traunstein: Tödlicher Unfall nach Überholmanöver

An einem Novembertag 2016, abends um 21.06 Uhr, hatte ein junger Autofahrer aus Ulm in einer langgezogenen Rechtskurve auf einer Straße zum Überholen angesetzt. Das Manöver endete Sekunden später mit dem Unfall. Der Wagen raste in ein entgegenkommendes Auto mit drei jungen Frauen. Die 21-jährige Fahrerin sowie eine 15-Jährige starben. Sie wurden in einem gemeinsamen Grab beerdigt. Deren damals 19-jährige Schwester überlebte schwer verletzt, ebenso die Beifahrerin des Ulmers.

Die Richter am Amtsgericht sahen den Fall so: Der Ulmer überholte und wollte einscheren. Doch zwei junge einheimische Autofahrer ließen ihn nicht zurück in die Spur, obwohl Gegenverkehr in Sicht war.

Rosenheim/Traunstein: Gericht verurteilte Unfallbeteiligte - Berufung eingelegt

Das Amtsgericht verurteilte den Ulmer wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und acht Monaten Haft auf Bewährung, das Urteil ist rechtskräftig. Einer der Einheimischen bekam ebenfalls wegen fahrlässiger Tötung eine Haftstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung, der andere in einem separaten Verfahren zwei Jahre und drei Monate. Beide legten Berufung ein. Nun wird der Fall vor dem Landgericht Traunstein nochmals aufgerollt.

Rosenheim/Traunstein: Lieferten sich die Männer ein Rennen?

Ob der Unfall geschah, weil die jungen Männer sich ein Rennen liefern wollten, war vor dem Amtsgericht offengeblieben. In Rosenheim gibt es eine Szene, die mehrfach mit Raserei und getunten Autos auffiel. Mit einer eigenen Ermittlungsgruppe hatte die Polizeiinspektion Rosenheim den Druck auf die sogenannte Auto-Poser-Szene erhöht.

Für das neue Verfahren wurden am Montag bis zum 12. November sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht will voraussichtlich mehr als 30 Zeugen hören, zudem ist ein Sachverständiger geladen.

dpa

Ein schlimmer Unfall ereignete sich kürzlich auch auf der Bundesstraße 16 bei Burgheim. Ein 20 Jahre alter Autofahrer kam ums Leben. Er krachte mit seinem Auto in einen Lastwagen. 
Im oberfränkischen Bayreuth kam es am Freitagabend zu einer brutalen Attacke. Ein Mann stach dabei seinen Kontrahenten mit einem Messer völlig unvermittelt in den Kopf.

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