Dritte Mitfahrerin außer Lebensgefahr

Tote Mädchen vom Samerberg: War ein Autorennen der Auslöser?

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Der Nissan ist nach dem schrecklichen Unfall nur noch Schrott.

Rosenheim - Es ist ein schrecklicher Verdacht: Möglicherweise kam es aufgrund eines Autorennens zu dem Unfall, der zwei Mädchen das Leben kostete. Die Trauer ist weiter groß.

Der schreckliche Unfall vom Sonntagabend in Rosenheim beschäftigt weiter die gesamte Region zwischen Miesbach und Traunstein. Auf der Umgehung von Rosenheim hatte ein VW Golf GTI bei einem Überholmanöver einen kleinen Nissan gerammt. Darin kamen die zwei Mädchen vom Samerberg, Ramona D. (15) und Melanie R. (21), ums Leben.

Die Schwester von Ramona, um die ihre Lieben lange gebangt haben, ist inzwischen außer Lebensgefahr. Der Unfallverursacher (23) und seine Mitfahrerin (40), eine Frau aus dem oberösterreichischen Steyr, werden weiter im Krankenhaus versorgt. Sie wurden beim Aufprall schwer verletzt.

Verbotenes Autorennen des Golf?

Starben bei dem Unfall: Ramona D. (l.) und Melanie R.

Die Polizei arbeitet mit höchster Konzentration an dem Fall, es konnten der Unfallverursacher aus Ulm vernommen werden, wie auch die Insassen zweier BMW, die sich auf der Unfallstrecke zwischen Panoramakreuzung und Schwaiger Kreisel befunden hatten. Es besteht die Annahme, dass sich der Golf mit dem BMW auf der auf Tempo 70 beschränkten Strecke ein verbotenes Rennen geliefert hatte. Was die Befragungen ergaben, wurde nicht bekannt.

„Auch die Polizei macht das tragische Geschehen sehr betroffen, wir werden alles daran setzen, den Hergang genau rekonstruieren zu können“, sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Er bezeichnete die Ermittlungen als sehr schwierig. Das Onlineportal rosenheim24 hatte kurz nach dem Unfall berichtet, dass ein Zeuge gesehen hatte, wie sich zwei Männer an der Unfallstelle heftig stritten. Der Zeuge soll den Satz gehört haben: „Lass den Scheiß!“ Wie dies alles einzuordnen ist, ist noch unklar.

Trauerort hergerichtet und Kondolenzbuch ausgelegt

Auf dem Samerberg, wo die beiden Opfer herkamen, herrscht grenzenlose Trauer. In der Kirche von Törwang, Sitz der Gemeinde, hat Diakon Günter Schmitzberger einen Trauerort hergerichtet und ein Kondolenzbuch ausgelegt. Er schreibt dazu: „Liebe junge Menschen, auch mich macht der Tod von Melanie und Ramona sehr traurig und jetzt noch sprachlos. Ich habe euch einen Ort aufgebaut, an dem ihr eure Sprachlosigkeit, eure Trauer, euren Schmerz und eure Wut bei Gott lassen könnt. Ihr dürft dort gerne eine Kerze entzünden und etwas in das aufgelegte Buch hineinschreiben.“

Den Schmerz beschrieb Bürgermeister Georg Huber so: „In der Gemeinde kann man die Dramatik dieses Unglücks noch nicht fassen.“

Im Oktober geht der Prozess in eine neue Runde - zwei Männer hatten gegen ihre Verurteilung Berufung eingelegt.

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