„Er treibt dich bis ans Limit“

Rosins Restaurants: Starkoch räumt in Neuötting auf - Zum Staffelstart geht‘s nach Oberbayern

Rosin räumt auf: Diesmal hilft der Sternekoch einem Restaurant in Neuötting in Oberbayern.
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Rosin räumt auf: Diesmal hilft der Sternekoch einem Restaurant in Neuötting in Oberbayern.

Frank Rosin verschlägt es zur neuen Staffel von „Rosins Restaurants“ nach Oberbayern. Wir haben nachgefragt, wie der Starkoch das Restaurant auf Vordermann brachte.

Neuötting - Neuötting, ein kleines Städtchen im Südosten Oberbayerns: Nicht weit von der schmucken Altstadt entfernt, an der Straße ins Gewerbegebiet, eröffneten Alexandra und Robert Gerich Anfang 2020 ein neues Lokal. Dann kam Corona: Lockdown brutal! Das Ehepaar hatte schwer zu kämpfen und bekam Hilfe von Restauranttester Frank Rosin (55). In der Auftaktfolge der neuen Staffel von Rosins Restaurants – ein Sternekoch räumt auf zeigt Kabel 1* am Donnerstag, wie es dem Paar ergangen ist. Die tz hat die Wirtsleute in ihrer Gaststätte besucht.

An(gerich)tet – das Lokal trägt den Namen der Besitzer in seiner Mitte. Früher war es eine in die Jahre gekommene Cocktailbar mit sturmzerrupften Bastschirmen vor der Tür. Alexandra und Robert aber wollten etwas Neues, Gutes daraus machen. Mit frisch gekochtem bayerisch-österreichischem Essen höchster Qualität und in angenehmem Ambiente. Im Januar 2020 unterschreiben die beiden 51-Jährigen den Pachtvertrag. Sie renovieren das Lokal – bauen mit viel Schweiß und Geld die überdachte Außenterrasse in einen luftigen, edlen Biergarten um.

Corona-Schock: Essen nur noch „To go“ und mit Lieferdienst

Dann kommt Corona und mit der Pandemie der Schock. „Wir haben im April eröffnet, ohne zu ahnen, wie das gehen soll“, erzählt Alexandra Gerich. Zunächst nur „To go“ und mit Lieferdienst. „Wir fingen mit fünf Gerichten an, ohne zu wissen: Müssen wir das jetzt selber essen oder kommt jemand?“ Es sind schwere Zeiten für Gastronomen.

Im September sind Gerichs ernüchtert, aber voller Tatendrang: Sie bewerben sich für Rosins Sendung. Es folgen zig Telefonate, ein Film-Team kommt für ein Casting-Video vorbei, dann ein Ausstatter… Am 22. März, das Restaurant hat Ruhetag, klingelt es überraschend: Zwei-Sterne-Koch Rosin steht leibhaftig vor der Tür! „Schluss mit Frühstück, jetzt geht’s los!“, ruft er und beginnt, das Gasthaus zu inspizieren. „Er hat wirklich alles angeschaut. Jede Schublade, jedes Eck, auch im Keller“, erzählt Robert. „Sauber ist es bei euch, das muss ich euch lassen“, habe Rosin gelobt. Aber: Er hat auch viel zu kritisieren – etwa ihre Art zu kochen. Denn Robert Gerich ist zwar gelernter Metzger und Koch, aber nicht auf dem neuesten Stand. Die letzten 30 Jahre hat er im Sicherheitsdienst gearbeitet. Auch Ehefrau Alexandra jobbte nur nebenbei in der Gastronomie. Das Paar nimmt tapfer jede Kritik Rosins an.

Rosin räumt auf: Die Karte reduziert, Gerichte verfeinert, jedes Essen durchkalkuliert, die Räume renoviert

Es wird umgekrempelt, was das Zeug hält: Die Karte reduziert, Gerichte verfeinert, jedes Essen durchkalkuliert, die Räume renoviert. Zweimal dürfen Gäste aus der Region zum Probeessen kommen. Eine Testesserin hat der tz verraten, wie es geschmeckt hat: „Beim ersten Mal war’s nix Gscheites. Beim zweiten Mal aber richtig gut!“ Einen Kampf habe es auch gegeben: um den Teufelstoast. „Der muss weg“, hatte Frank Rosin gefordert. „Warme Majonnaise, das geht gar nicht!“ Dagegen aber, so viel sei verraten, haben sich die Gerichs widersetzt, denn: „Unsere Gäste haben für den Teufelstoast gekämpft!“

Und wie ist er nun, der TV-Star Rosin? „Vor der Kamera ein harter Hund, aber in echt gar nicht so“, meint Robert Gerich. Auch seine Frau ist begeistert: „Er hat ein brutales Fachwissen. Man kann ihn alles fragen. Er treibt dich an bis zum Limit. Aber dann hilft er dir auch.“ A. Stinglwagner - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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