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„Nichts Alltägliches“: Rettungstaucher fischen vier Schusswaffen aus dem Wasser ‒ Polizei ermittelt

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Von: Jennifer Battaglia

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Die Wasserwacht Georgensgmünd zog aus dem Main-Donau-Kanal bei Roth vier Gewehre und ein Nummernschild.
Die Wasserwacht Georgensgmünd zog aus dem Main-Donau-Kanal bei Roth vier Gewehre und ein Nummernschild. (merkur.de-Collage) © Wasserwacht Georgensgmünd

Bei einem Routineeinsatz findet die Wasserwacht im Main-Donau-Kanal Gewehre und eine Tasche voller Munition. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Roth - Einen nicht ganz alltäglichen Fund hat die Georgensgmünder Wasserwacht kürzlich im Main-Donau-Kanal gemacht. Bei einem Routineeinsatz nahe Roth (Mittelfranken) konnten Taucher mehrere Waffen sowie Munition aus der Tiefe bergen. Auch ein Nummernschild und diverse Autoteile wurden an Land geholt.

Wasserwacht findet im Main-Donau-Kanal bei Roth vier Schusswaffen, Autoteile und ein Kennzeichen

Die Übung der Rettungstaucher fand am Sonntag (3. April) statt. Wie die Wasserwacht auf ihrer Facebook-Seite bekannt gibt, machte eine geplante Sperrung der Wasserstraße für den Schiffsverkehr das Arbeiten im Kanal möglich.

Mit einem Boot und dem darauf angebrachten Sonar wurde zunächst ein kleiner Kanalabschnitt abgesucht. Dabei wurde auch der Umgang mit Tauchrobotern trainiert. Im Anschluss gingen zwei Taucher dann ins Wasser - und machten den kuriosen Fund. Bei den Waffen soll es sich laut Polizei um zwei Jagdgewehre, eine Pumpgun und eventuell eine Maschinenpistole handeln. Jedoch müsse dies noch verifiziert werden. Die Munition befand sich laut Wasserwacht in einer Tasche. Dazu fanden die Taucher Autoteile und ein Kennzeichen.

Im Main-Donau-Kanal bei Roth: Wasserwacht findet Gewehre ‒ Polizei ermittelt

Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken am Mittwoch (6. April) gegenüber Merkur.de* mitteilt, gibt es bisher noch keinerlei Erkenntnisse, wem die Waffen gehören könnten und wie sie in den Kanal gekommen sind. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

„Es wird jetzt überprüft, ob es sich bei dem Fund tatsächlich um scharfe Waffen handelt und ob der Besitzer nachverfolgt werden kann“, so ein Sprecher der Polizei. Bisher gebe es keine Anhaltspunkte auf ein Gewaltverbrechen. Zu der Tasche mit der Munition wollte sich der Pressesprecher nicht näher äußern. „Das ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.“

Das ebenfalls gefundene Kfz-Kennzeichen scheint aber unabhängig von den Waffen ins Wasser geworfen worden sein. „Augenscheinlich liegen die Waffen schon länger im Kanal als das Kennzeichen.“

Gewehrfund im Main-Donau-Kanal bei Roth: Wasserwacht reagiert gelassen

Der technische Leiter der Kreiswasserwacht Südfranken, Fabian Habel, gibt auf Nachfrage von Merkur.de an: „Es ist natürlich nichts Alltägliches, Waffen aus dem Wasser zu fischen, aber es ist nicht allzu besonders.“ In der Vergangenheit gab es das schon mal. Dass bei solchen Funden die Polizei verständigt werde, sei „eine normale Geschichte.“ Wenn hingegen nur Schrott aus dem Wasser gezogen wird, ist das Wasserwirtschaftsamt der richtige Ansprechpartner.

„Für uns war das Thema erledigt, als wir die Polizei verständigt haben“, sagt Habel. Die Aufregung in der Presse um den kuriosen Fund versteht er nicht. (jb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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