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Boutique-Besitzerin (65) in ihrer Wohnung getötet

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Ursula M. war Geschäftsfrau - war es ein Raubmord? © Repro: Westermann / Plettenberg

Rottach-Egern - Ursula M. (65), die Besitzerin eines exklusiven Herrenmode-Geschäfts am Tegernsee, ist in ihrer Wohnung über dem Geschäft umgebracht worden. War es Raubmord?

Diskretion ist das Geschäftsmodell. Hier, in der noblen Seestraße von Rottach-Egern am Tegernsee. Ein Verbrechen hat hier nichts zu suchen. Doch am Donnerstagmorgen herrschte neben dem geschichtsträchtigen Hotel Bachmair am See und dem Escada-Shop eine ungewöhnliche Unruhe: Im ersten Stock an der Seestraße 37 war bereits am Dienstagvormittag eine Frau tot aufgefunden worden. Ursula M. (56), die Besitzerin eines exklusiven Herrenmode-Geschäfts war in ihrer Wohnung über dem Geschäft ermordet worden.

Rottach-Egern: 65-Jährige in Wohnung getötet

Sie war am Dienstag nicht wie gewohnt runter in den Laden gekommen, eine der Mitarbeiterin machte sich Sorgen, ging die Treppe hinauf und schloss auf. Sie besaß hierfür einen Schlüssel.

In der Wohnung machte die Verkäuferin dann die grausige Entdeckung. Ein Notarzt konnte schließlich nur den Tod der Dame bestätigen. Wie die Geschäftsfrau zu Tode gekommen war, darüber schweigen die Ermittler von der Kripo. Ein Sprecher der Polizei meinte: „Die Auffindesituation deutete auf ein Verbrechen hin.“ Nach der Obduktion bestätigte sich dieser Verdacht, deswegen rückten am Donnerstag die Beamten erneut an. Nach tz-Informationen soll die allein lebende Frau erstochen worden sein.

Der Mord machte im Tegernseer Tal schnell die Runde. Eine Anwohnerin an der Seestraße fragt voller Verzweiflung: „Wie kann hier so etwas passieren?“ Das versucht die Kripo Miesbach, die eine Ermittlungsgruppe gegründet hat, derzeit herauszufinden. Nachbarn wurden deswegen den ganzen Tag über gehört, die Spurensicherung war in Wohnung und Geschäft. Ob nahe Angehörige existieren, war am Donnerstag nicht klar. Der Lebensgefährte des Opfers erlag allerdings vor einigen Jahren einem schweren Leiden, zuletzt musste er intensiv gepflegt werden.

Das Mordopfer (sie stammt aus Nordrhein-Westfalen) galt als großzügig und zugänglich, sie zeigte sich immer offen für neue Strömungen in der Modewelt. In der Geschäftswelt von Rottach hatte sie einen guten Ruf. Passanten glaubten zunächst daran, sie habe einen Herzinfarkt erlitten, als sie am Dienstag den Sanka vor dem Haus stehen sahen. Doch an einem Mord wollte niemand denken.

Die Tat könnte nach 18 Uhr, aber noch vor 19 Uhr am Montagabend passiert sein. Leute, die die Frau kannten, berichten davon, dass Ursula M. öfters auch viel Bargeld in der Wohnung hatte, womöglich die Einnahmen aus dem Geschäft. Dieses hatte sie vor 20 Jahren von Michael Fleck, dessen Bruder ebenfalls einen Modeladen in der selben Straße besitzt, gekauft. Den Namen behielt sie, auch wegen des Wiedererkennungswerts.

Wusste der Täter von der Beute? Spaziergänger, die das Opfer kannten, überlegen. „Sie kann kein Zufallsopfer gewesen sein.“ Ursula M. hatte über die Jahre hinweg den guten Namen des Herrenmode-Geschäfts gefestigt. „Sie hatte viele Stammkunden“, sagt eine Frau in der Seestraße. Viele Prominente, die sich gehobene Marken wie Armani, Ferre und Boss leisten wollen und dies auch können.

„Wer sich sich hier einkleidet, genießt den diskreten und fachkundigen Service, und auch die traumhaft schöne Landschaft direkt am Ufer des Feriensees.“ Mit diesem Satz warb die ermordete Inhaberin für ihr exklusives Geschäft. Jemand nützte diese Diskretion aus, nur wer?

AW/JAM/MC

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