Kunde (37) prügelt und würgt Geschäftsführerin

Elektro-Laden
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In diesem Elektro-Laden wurde die Geschäftsführerin überfallen.

Rottach-Egern - Er wolle sich in dem kleinen Elektro-Laden nur umschauen, hatte der Kunde erklärt. Dann schlug er auf die Geschäftsführerin (58) ein, würgte sie.

Sein Opfer robbte in Richtung Tür. Straßenwärter Hubert Maier (47) entdeckte die Verletzte, half ihr – und hielt den Täter fest. Es war am Dienstag gegen 10.45 Uhr, als der Kunde, der zum Täter wurde, das Elektro-Geschäft an der Südlichen Hauptstraße betrat. Es handelt sich um einen 37-Jährigen aus Rottach-Egern. „Das Opfer hat den Mann noch nie zuvor gesehen“, erklärt Johann Schweiger, Chef der Miesbacher Kripo. Warum der Mann plötzlich auf die Frau einschlug, sie würgte und mit seinen Hieben am ganzen Körper verletzte, ist derzeit völlig unklar. Um einen Raub-Überfall handelt es sich offenbar nicht. „Er hat nicht versucht, etwas mitzunehmen“, sagt Schweiger. Es habe auch keinen Streit gegeben.

Völlig unvermittelt war der Rottacher auf die Geschäftsführerin losgegangen. Der Angreifer schlug brutal auf sie ein. Es gab einen Kampf, bei dem etliches Inventar zu Bruch ging. Blutüberströmt schleppte sich das 58-jährige Opfer, eine Wiesseerin, zur Tür. Die war leicht geöffnet.

Auf der anderen Straßenseite arbeitete zu diesem Zeitpunkt Hubert Maier, Angestellter der Straßenmeisterei Hausham. „Die Frau lag halb in der Tür“, berichtet er. Hinter ihr stand der 37-Jährige, der stammelte, er habe nichts getan. Maier glaubte ihm nicht. Der Straßenwärter hielt den Mann fest. Der Rottacher wollte sich auf sein Rad setzen und davonfahren. Doch Maier umklammerte ihn mit beiden Armen. „Gewehrt hat er sich nicht“, sagt Maier. Ein Nachbar kam hinzu, rief die Polizei und kümmerte sich um die Verletzte.

Nur Minuten später war die Wiesseer Polizei vor Ort. Die Beamten nahmen den 37-Jährigen fest. Der Rettungsdienst brachte die Verletzte ins Krankenhaus Agatharied. Sie hat Kopfverletzungen erlitten und Prellungen am ganzen Körper. „Die Motivlage des Täters ist noch völlig unklar“, heißt es im erst gestern Nachmittag versandten Pressebericht des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Die Ermittlungen führt die Kripo Miesbach. Angesichts der Brutalität der Schläge gehe die Staatsanwaltschaft von einem versuchten Tötungsdelikt aus, macht Schweiger deutlich. „Das war schon sehr massiv.“

Niemand weiß, was passiert wäre, wenn Straßenwärter Hubert Maier nicht eingegriffen hätte. Für ihn selbst ist sein Einsatz kaum der Rede wert: „Wenn jemand um Hilfe schreit, ist es doch ganz normal, dass man hilft.“

Von Christina Jachert-Maier und Armin Rösl

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