Streik der Busfahrer am Donnerstag

Nehmt uns mit! RVO lässt etliche Schulkinder stehen

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Schüler warten am Donnerstag auf ihren RVO-Bus, der aber nicht kam. Wie den Kindern und Jugendlichen in Hohenfurch erging es vielen in Oberbayern.

München - Viele Eltern sind empört über den kurzfristigen Warnstreik der RVO-Busfahrer. Schulkinder standen am Donnerstagmorgen auf der Straße und wurden nicht abgeholt.

Ein Vater aus Habach (Landkreis Weilheim-Schongau) hat am Donnerstagmorgen aufgebracht unsere Onlineredaktion angerufen: "Die haben meine achtjährige Tochter auf der Straße stehen lassen", beschwerte er sich über die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO). Zusammen mit zehn bis 15 anderen Kindern hätte sie wie jeden Morgen auf den Schulbus gewartet - nur sei dieser heute eben nicht gekommen. Der Habacher sagt, dass er von dem Streik der Busfahrer, der Mittwochabend gegen 18 Uhr in den Medien öffentlich gemacht wurde, nichts mitbekommen habe. Das sei einfach zu kurzfristig für ihn gewesen.

Jetzt habe seine Tochter noch Glück gehabt, weil er daheim war und aus dem Küchenfenster auf die Bushaltestelle schaute und somit sah, dass seine Tochter auf der Straße stehen gelassen wurde. "Andere sind aber in der Arbeit und das Kind steht alleine da", meint der besorgte Papa.  Besonders auf dem Land ist das Fortkommen nicht so einfach. Für den Streik der Busfahrer habe er zwar volles Verständnis. Aber: "Die haben eine Verantwortung gegenüber den Kindern." Die Habacher Schule habe von nichts gewusst, einige Kinder hätten nun heute schulfrei.

Dass der Habacher nicht der einzige ist, der mit dem Ablauf der Streik-Ankündigung unzufrieden ist, zeigt auch, dass sich am Donnerstagmorgen bereits etliche besorgte Eltern bei der RVO-Zentrale in München beschwert haben. Eine Mitarbeiterin verrät unserer Onlineredaktion, dass auch sie aus allen Wolken gefallen sei und so etwas in Jahrzehnten beim RVO noch nicht erlebt habe.

Gewerkschaft: Streik musste kurzfristig angekündigt werden

Die Gewerkschafter und die Busfahrer sind derweil auf der Kundgebung in Erding. Der Regensburger EVG-Geschäftsstellenleiter Harald Hammer versteht den Ärger der Eltern, bittet aber seinerseits ebenso um Verständnis: "Wir mussten so handeln", erklärt er. Hätte man den Streik früher angekündigt als etwas zwölf Stunden zuvor, hätte der Arbeitgeber reagieren können und Mitarbeiter anderer Busunternehmen geholt. Damit wäre der Zweck des Streiks hinfällig gewesen. "Ein Streik tut immer jemandem weh, das liegt in der Natur der Sache", sagt Hammer. Dass es ausgerechnet die Schulkinder trifft, bedauert er allerdings.

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