Flüssigkeit ist analysiert

Säure-Anschlag auf Polizeiwache - Fünf Verletzte

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Abgeriegelt: Nach dem Säure-Anschlag ist die Dorfener Polizeiinspektion derzeit geschlossen.

Dorfen - Ein 49-jähriger Mann hat am Sonntagmorgen in der Dorfener Polizeiwache Schrecken und Angst verbreitet, als er dort eine ätzende Flüssigkeit verschüttete.

Er zog in der Inspektion aus seinem Mantel eine Flasche, trank daraus und verschüttete den Rest einer ätzenden Flüssigkeit im Raum. Als der polizeibekannte Dorfener kurz vor drei Uhr morgens im gesicherten Eingangsbereich der Polizeiwache auftauchte, dachte keiner der vier diensthabenden Beamten daran, dass sich wenig später eine dramatische Situation entwickeln würde. Der Mann bat um Einlass in die Inspektion, weil er psychisch fertig sei und er in eine Klinik eingewiesen werden wolle. Die Beamten öffneten dem Dorfener die Tür zur Wache.

Der unter Betreuung stehende 49-Jährige, der einen sichtlich verwirrten Eindruck machte, begann zur randalieren und schlug um sich. Kurz später griff der 49-Jährige in seine Manteltasche und zog eine Flasche heraus. Er öffnete den Verschluss, trank daraus und verschüttete den Rest im Wachraum. Die Beamten bemerketen sofort ätzenden Geruch, überwältigten den Mann und alarmierten Notarzt, Rettungsdienst und Kollegen.

SEK-Einsatz nach Säure-Attacke in Dorfen

Bilder: SEK-Einsatz nach Säure-Attacke in Dorfen

Der Täter wurde sofort in eine Klinik gebracht. Er liegt dort auf der Intensivstation. Auch die vier diensthabende Polizeibeamten, die über Atembeschwerden und Augenreizungen klagten, wurden medizinisch versorgt. Der Bereich um die Polizeiinspektion wurde abgeriegelt.

Die Dorfener Feuerwehr begann als Erstmaßnahme das Polizeigebäude zu durchlüften. Weil zunächst nicht klar war, welche Flüssigkeit der Täter verschüttet hat, wurde die Münchner Berufsfeuerwehr alarmiert. Die rückte mit einer Spezialeinheit, der Analytischen Task Force, an.

Der Mann selbst hatte erklärt, es handle sich dabei um Natriumsulfat, auch Glaubersalz genannt. Nach einer Erstanalyse der Berufsfeuerwehr München dürfte es sich bei der in der Wache verschütteten Flüssigkeit allerdings um Wasserstoffperoxid handeln. Nähere Untersuchungen wird ein Chemiker des Bayerischen Landeskriminalamts durchführen.

Nachdem intensiv gereinigt worden war, konnten keinerlei gefährdende Messwerte im Wachraum der Inspektion festgestellt werden. Der Wachraum ist wieder freigegeben.

Derzeit wird geprüft, ob der Dorfener in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden kann.

Anton Renner

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