Ermittlungen dauern an

Zug-Schießerei: Toter Täter (20) aus Kreis Bruck

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Ein Poizist steht am 21.03.2014 im Bahnhof von Kempten (Bayern) vor einem Wagon des Regionalzuges München-Lindau, in dem am Nachmittag ein Schusswechsel statt fand.

Kempten/München - Nach einer Schießerei mit der Polizei in einem Zug Richtung Kempten steht nun die Identität der beiden Täter fest. Einer von ihnen kommt aus dem Münchner Umland.

Zwei Tage nach der dramatischen Schießerei in einem voll besetzten Zug im Allgäu ist die Identität der beiden Täter geklärt. Bei dem getöteten Mann handele es sich um einen 20-Jährigen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, teilte das Polizeipräsidium München am Sonntag mit. Sein Komplize sei 44 Jahre alt und stamme aus Augsburg. Der Mann liegt weiter mit schweren Verletzungen im Koma. "Sein Zustand ist stabil, akute Lebensgefahr besteht im Moment nicht mehr", hatte das Polizeipräsidium München am Samstag mitgeteilt.

Am Freitag war es in dem mit rund 300 Menschen besetzten Regionalzug bei einer Kontrolle der beiden Männer zu einer Schießerei gekommen. Bei der Flucht aus dem fahrenden Zug wurde der 20-Jährige überrollt.

Polizist mit Schussverletzung musste operiert werden

Zuvor hatten sich in dem Zug dramatische Szenen abgespielt: Zwei Bundespolizisten war aufgefallen, dass ein Passagier zur Fahndung ausgeschrieben war. Gegen den Mann lag ein Haftbefehl zur Vollstreckung einer Haftstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten wegen räuberischen Diebstahls vor. Plötzlich habe einer der beiden Männer ohne Vorwarnung auf die Beamten geschossen - „vermutlich mit einer nicht als solche erkennbaren Schreckschusspistole“.

Als die Polizisten flüchteten, habe das Duo nachgesetzt, einen der beiden Beamten niedergeschlagen und dessen Dienstwaffe an sich genommen. Mit dieser Waffe sei dann zweimal auf den zweiten Polizisten geschossen worden: Er erlitt einen Beinschuss, ein zweites Projektil traf die Schutzweste, die ihn vor einer „möglicherweise tödlichen Verletzung“ bewahrt habe. Der Mann wurde operiert, muss aber noch einige Tage in der Klinik bleiben. Sein Kollege, der eine Platzwunde am Kopf davontrug, konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Fotos: Schießerei im Zug nach Kempten - Täter tot

Fotos: Schießerei im Zug nach Kempten - Täter tot

Ein zufällig anwesender LKA-Beamter eilte seinen Kollegen zur Hilfe und feuerte mit seiner Waffe auf die beiden Täter. Daraufhin habe das Duo versucht, durch den Sprung aus dem fahrenden Zug zu entkommen. Der Zugführer eines entgegenkommenden Zuges habe den Leichnam des Getöteten entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert, hieß es weiter.

In dem Regionalzug kam es nach Zeugenaussagen angesichts des dramatischen Geschehens zu panikartigen Situationen. Ein Zugbegleiter habe die Fahrgäste über Lautsprecher aufgefordert, sich im hinteren Zugteil in Sicherheit zu bringen, schilderte ein Augenzeuge in der „Allgäuer Zeitung“. Als der Zug bei Günzach zum Stehen kam, flüchteten zahlreiche Fahrgäste in einen nahe gelegenen Wald.

dpa

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