Falsche Fünfziger

Geldfälscher vor Gericht: Lebten in "Saus und Braus"

Landshut - Ihr Geschäft mit gefälschten 50-Euro-Scheinen florierte - obwohl die Qualität der Blüten miserabel war. Die beiden Männer aus Niederbayern hatten Kunden über Deutschlands Grenzen hinaus - jetzt stehen sie vor Gericht.

Die falschen Fünfziger hatten nicht die richtige Farbe und die Ränder waren schief geschnitten. Dennoch florierte das Geschäft von zwei Niederbayern mit gefälschten 50-Euro-Scheinen. Von Mittwoch (5. Oktober) an müssen sich die 22 und 24 Jahre alten Männer wegen gewerbsmäßiger Geldfälschung vor dem Landgericht Landshut verantworten.

Die beiden Männer lebten nach Angaben der Ermittler in „Saus und Braus“. Unter anderem mieteten sie für 500 Euro pro Tag einen Sportwagen. Das Duo bestritt seinen kompletten Lebensunterhalt mit den falschen Fünfzigern. Bis in die Niederlande, Österreich und die Schweiz lieferten die jungen Männer die Blüten aus ihrer Fälscherwerkstatt.

Mit der Produktion hatten die jungen Männer Ende vergangenen Jahres begonnen. Sie mieteten in Geisenhausen (Landkreis Landshut) eine Garage mit Stromanschluss an und rüsteten sie mit einfachen Mitteln aus: Drei Tintenstrahldrucker, Klebestifte, Papier, Briefumschläge und Schneidebretter, wie sie auch in Büros benutzt werden. Zudem Chemikalien zur Behandlung des Papiers und mehrere Tausend Hologramme für 50-Euro-Noten.

Im sogenannten Darknet verkauften sie die Blüten. Knapp zehn Euro zahlten Kunden für einen falschen Fünfziger. In der Garage hatten die Ermittler 200 Belege für Posteinlieferungen gefunden. Wie viele Scheine aus Niederbayern im Umlauf sind, ist unklar. Zwischenhändler könnten durchaus ganze Bündel bestellt habe, vielleicht waren aber auch nur fünf Scheine in einer Sendung.

Für den Prozess sind insgesamt zwei Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 12. Oktober erwartet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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