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Verunsicherung nach Medienberichten

Schlierseer auf Seychellen ertrunken? Was an der Geschichte nicht stimmt

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Ein Strand auf den Seychellen: Medienberichten zufolge soll hier ein 49-jähriger Schlierseer beim Schnorcheln ertrunken sein.

Verwirrung in Schliersee: Medienberichten zufolge soll ein 49-Jähriger Bürger der Marktgemeinde in den Flitterwochen auf den Seychellen ertrunken sein. Im Ort weiß man davon nichts.

Schliersee - Die ursprüngliche Nachricht stammt vom Samstag, 30. September. Ein 49-jähriger Deutscher ist während seiner Flitterwochen auf der Insel La Digue, die zu den Seychellen im Indischen Ozean gehört, ertrunken. Wie die Polizei des Inselstaates mitteilte, hat die Ehefrau die Beamten um Hilfe gerufen, als sie ihren Mann vom Strand aus mit der Strömung kämpfen sah. Er habe jedoch nicht mehr wiederbelebt werden können.

Drei Tage später berichteten mehrere Medien, dass es sich bei dem Verunglückten um den Schlierseer „Josef A.“ handelt. Er und seine Frau Lisa sollen sich am 15. September im Standesamt des Schlierseer Rathauses das Ja-Wort gegeben haben und anschließend auf der Huberspitz in Hausham Hochzeit gefeiert haben. Am 24. September sei das frisch vermählte Paar in seiner Ferienvilla „Maison Charme de L‘Ile“ angekommen. Als Josef A. dann Schnorcheln gegangen sei, habe das Unglück seinen Lauf genommen. Und der Traumurlaub sich in einen Albtraum verwandelt.

Eine Meldung, die sich mittlerweile auch in Schliersee herumgesprochen hat - und dort für große Verwunderung sorgt. Als „sehr mysteriös“ bezeichnet etwa Standesamtsleiterin Christine Neundlinger die Geschichte auf Nachfrage unserer Zeitung. Keine Hochzeit, die an diesem Tag im Rathaus stattgefunden habe, passe zu den Angaben, sagt Neundlinger. Mehrere Medien hätten bereits bei ihr angefragt - alle mit unterschiedlichen Informationen. Die Standesamtsleiterin kann sich derzeit keinen Reim daraus machen. Selbst wenn der Verunglückte hier Hochzeit gefeiert habe, müsse er noch lange kein Schlierseer sein, betont sie. „Es heiraten viele auswärtige Paare in Schliersee“, sagt Neundlinger.

Auch der Betreiber des Almbad Huberspitz, Peter Kirchberger, kann die Medienberichte nicht bestätigen. „Furchtbar“, sagt er zu dem Unglück auf den Seychellen. Dass der Tote zuvor bei ihm Hochzeit gefeiert habe, stimme aber nicht. „An dem besagten Wochenende hatten wir auf dem Almbad Huberspitz eine Geburtstagsfeier“, sagt Kirchberger. Auch die Namen würden nicht übereinstimmen.

Für Aufklärung kann auch die Polizei nicht sorgen. Aktuell lägen keine Informationen vor, sagt Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Das sei aber in so einem Fall nicht ungewöhnlich. Es dauere, bis das auswärtige Amt die Polizei in Kenntnis setze. „Die Polizei vor Ort schickt normalerweise einen Bericht“, erklärt Thalmeier. Die Kripo im Heimatland des Verunglückten würde diesen dann überprüfen. „Das ist Routine bei einer unnatürlichen Todesursache“, sagt Thalmeier. Sollten Zeugen bestätigen - wie in diesem Fall die Ehefrau - dass keine Fremdeinwirkung vorliege, würde es aber keine weiteren Ermittlungen geben.

Eine offizielle Bestätigung, dass es sich bei dem Toten auf den Seychellen um einen Schlierseer handelt, gibt es bislang also nicht. Gänzlich auszuschließen ist es dennoch nicht.

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