Polizeihund verbeißt sich in Buben und Mädchen

Schmerzensgeld für sechs verletzte Kinderseelen

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Cabil ist ein Malinois, ein Belgischer Schäferhund. (Symbolbild)

Schwabach - Die Attacke eines Polizeihunds auf sechs Kinder bescherte den Ordnungshütern im vergangenen November heftige Negativschlagzeilen. Jetzt landete der Fall vor Gericht.

Die Attacke des Polizeihunds Cabil auf sechs Kinder der Allersberger Faschinsgruppe Minihexen bescherte den Ordnungshütern im vergangenen November heftige Negativschlagzeilen.

 Am Dienstag landete Ex-Polizeihundeführerin Kristina P. (42) wegen unterlassener Hilfeleistung vor dem Amtsgericht Schwabach. Denn als ihr Malinois (Belgischer Schäferhund) außer Kontrolle geraten war, tat sie zunächst unbeteiligt und versuchte, sich aus dem Staub zu machen! Doch einen Strafbefehl über 2000 Euro für dieses Fehlverhalten mochte die Beamtin nicht akzeptieren.

Es war ein verhängnisvolles Zusammentreffen: Gerade als die Allersberger Minihexen im Schützenhaus von Polsdorf ihre Weihnachtsfeier zelebrieren wollten, übte Kristina P. mit dem Schäferhund draußen das Unterordnen. Eine Woche später sollte er an der Polizeihundeschule Herzogau die Prüfung zum Schutzhund absolvieren. Doch dann ging er seinem Frauchen durch, verbiss sich in drei Buben und drei Mädchen (5 bis 9). „Es tut mir unendlich leid“, sagte Kristina P. am Dienstag. „Ich weiß nicht, was er gehört oder gesehen hat.“

Sie sei erst durch Geschrei aufmerksam geworden, habe als erstes eine Frau gesehen, die ein Kind trug. Als sie sich näherte, sagte zu ihr ein Mann: „Dieser Hund hat wahllos Kinder gebissen.“ Man habe ihr gesagt, die Kinder würden im Schützenhaus versorgt. Kristina P.: „Ich habe nur gedacht, ich muss den Hund wegbringen, bevor noch mehr passiert.“ Der Hund habe sich doch bloß verteidigen wollen, schließlich habe er das in den Wochen zuvor in Herzogau trainiert.

Doch auch, als eine Streife kam und sie fragte, ob der Hund an ihrer Leine zugebissen habe, bekannte sie sich nicht gleich. „Sie haben Geschichten erzählt“, rüffelte sie der Richter. Sein Urteil: Kristina P. zahlt den verletzten Kindern je 200 Euro und den Minihexen 600 Euro – im Gegenzug stellte er das Verfahren ein. Die Eltern der Opfer akzeptierten zudem die Entschuldigung der Angeklagten. „Doch bis alle Narben verheilt sind, wird es noch einiger Therapien bedürfen“, sagte die Mutter von Felix (7).

Kristina P. ist an eine andere Dienststelle versetzt worden, gegen sie läuft ein Disziplinarverfahren. Cabil wurde in fachkundige private Hände übergeben.

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