Nachspiel vor Gericht

Schnacksel-Treffen auf Friedhof eskaliert

Augsburg - Sie waren auf einem Friedhof zu einem Liebesspiel verabredet. Doch statt eines Vorspiels gab es für einen Mann und eine Frau ein böses Nachspiel - denn das Schnacksel-Treffen lief aus dem Ruder.

Mit einem skurrilen Fall musste sich unlängst ein Gericht in Augsburg beschäftigen. Die Hauptpersonen: Ein Mann und eine Frau, die sich via Internet zu einem Liebes-Treffen verabredet hatten - und das ausgerechnet auf einem Friedhof, wie die Augsburger Allgemeine berichtet. Die Anklage: Der Mann soll der jungen Frau bei dem "Date" mit der Faust aufs linke Auge geschlagen und sie dabei verletzt haben.

Was war geschehen? Auf einem Flirtportal hatten sich die beiden Lustmolche kennengelernt. Doch aus dem Flirt wurde schnell mehr. Die beiden Mittzwanziger trafen sich zu einem Blind-Date - bei dem der Mann einen ganz speziellen Wunsch hatte. 50 Euro bot er der jungen Frau, wenn diese ihm bei der Selbstbefriedigung zuschaute. Gesagt, getan. Auf dem Parkplatz eines Baumarktes trafen sich die beiden, der Mann hatte das Vergnügen und die Frau die 50 Euro in der Tasche.

Doch kurze Zeit später wollte der Mann mehr. Ganze 500 Euro versprach er der Internetbekanntschaft, wenn sie das nächste Mal nicht nur zuschaute. Und: Das Treffen sollte auf dem Gögginger Friedhof stattfinden. Die Frau willigte ein.

Um 4 Uhr nachts trafen sich die beiden an vereinbartem Treffpunkt. Der Mann zeigte der Dame sein Geld, doch bezahlen, das wollte er erst nach dem Liebesspiel. Ab hier gingen die Versionen der beiden vor Gericht völlig auseinander. 

Die Frau, die als Zeugin auftrat, erzählte laut Augsburger Allgemeinen: "Alles sollte so ablaufen wie beim ersten Mal. Doch er wurde sofort aufdringlich, riss mir das Top herunter, langte mir an die Brust." Als sie zum Tränengas greifen wollte, hätte sie ein Schlag am Kopf getroffen und ihr wäre schwarz vor Augen geworden.

Der Angeklagte jedoch hatte die Situation anders in Erinnerung: "Sie zog sich aus, aber auf einmal wollte sie an meinen Geldbeutel." Die Frau habe ihn von hinten angesprungen, wobei die Köpfe aneinander gerasselt seien. "Dann sprühte sie mir Tränengas ins Gesicht, drohte mit zwei Freunden, die mit Baseballschlägern am Friedhofsausgang stünden."

Am Ende hatte das Gericht Zweifel an der Schuld des Mannes. Er wurde freigesprochen.

mes

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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