Ausschuss gibt grünes Licht

Überregional bekanntes Wirtshaus wird ausgebaut

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Die derzeitige Situation zeigt den Schnapperwirt mit seinen Nebengebäuden. Diese sollen dem Neubau Platz machen.

Beim Schnapperwirt in Fischhausen tut sich was. In einem neuen Nebengebäude sollen ein Bootslager, eine Hofwerkstatt und ein Zerwirkraum Platz finden. Und das ist noch nicht alles.

Fischhausen – Sie sind Gastronomen, Landwirte, Almbesitzer und Bootsverleiher – und Fremdenzimmer haben sie auch noch. Mit ihrem Schnapperwirt in Fischhausen sind Andreas und Luise Stöger mit ihren beiden Söhnen Christoph und Andreas jun. nicht nur Einheimischen ein Begriff. Was für ein breites Spektrum sie wirklich abdecken, wird so manchem erst mit dem beantragten Ersatzneubau neben Gasthof und Stall bewusst werden. Der soll – den Bedürfnissen der Familie entsprechend – möglichst viele Nutzungsformen unter einem Dach vereinen. Als „Nukleus einer gewachsenen Schlierseer Gastgeberfamilie“ bezeichnet der Schlierseer Architekt Johannes Wegmann die Planung.

Über einen Flachbau ist das zweistöckige Haus mit Wohnungen, Werkstatt, Lager und Bootsgarage mit dem Altbau mit Gasthof und Stall verbunden.

Bereits in fünfter Generation bewirtschaften die Stögers das Anwesen aus dem Jahr 1890. Zumindest was die Nebengebäude auf der Ostseite von Gasthof und Stall anbelangt, hat der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen, erklärt Luise Stöger. Die Wohnung sei nicht mehr als solche zu nutzen, und in die Garagen gehe es nass rein. So entstand die Idee zu einem Abriss und Neubau.

Bis Architekt Wegmann in die Detailplanung einsteigen konnte, war zuerst die Gemeinde am Zug. Weil das Grundstück des Schnapperwirts im Außenbereich liegt, hatte der Gemeinderat den Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München mit der Ausarbeitung einer Einbeziehungs- und Klarstellungssatzung beauftragt. Der Clou: Der Schnapperwirt wurde damit planungsrechtlich mit den Gewerbebetrieben auf der gegenüberliegenden Seite der B 307 verbunden und so als Innenbereich behandelt.

Den vorerst letzten Schritt machte nun noch der Schlierseer Bauausschuss. Einstimmig erteilten die Mitglieder ihr Einvernehmen mit Wegmanns Entwurf. „Das ist eine harmonische, stimmige Planung“, sagte Bauamtsleiterin Birgit Kienast. Durch die leichte Hanglage sei die von der Gestaltungssatzung abweichende Wandhöhe von 7,40 Meter sinnvoll.

Auch der Zwischenbau mit Flachdach zwischen Stall und Neubau entspricht nicht den Vorgaben. Laut Wegmann ist die Trennung aber aus Brandschutzgründen unumgänglich. Der Architekt machte aus der Not eine Tugend und zeichnete auf dem Flachdach eine Terrasse für eine der beiden Wohnungen im Obergeschoss ein. Auch diese bleiben in Familienhand, erklärt Wegmann. In die eine ziehe Andreas Stöger jun. ein, die andere diene später als Austrag für die Eltern. Das Apartment in der Mitte bleibt Gästen vorbehalten.

Das Erdgeschoss bildet die Vielseitigkeit der Stögers ab. Während der gelernte Schlosser Andreas jun. seine landwirtschaftlichen Maschinen in der Hofwerkstatt wartet und repariert, liefern die Jäger aus Schliersee und Bayrischzell ihr Wild zum Zerlegen im Zerwirkraum ab, bevor es in der Küche des Schnapperwirt verarbeitet wird. Neben einem Kartoffellager und einem Raum für die Hackschnitzelheizung, die auch den Altbau mit Wärme versorgen wird, ist hier zudem eine große Garage mit zweistöckigem Winterlager für die Boote vorgesehen.

Um nicht mit dem Stil des Altbaus zu brechen, hat sich Wegmann mit modernen Stilelementen bewusst zurückgehalten. Mauerwerk und Holz werden am Gebäude dominieren, aufgelockert mit ein paar „pfiffigen Ideen“ wie die vorgelagerten Holzstreben an den Balkonen oder die Stallfenster und Rundbogentore in der Garage. Der Zwischenbau wird laut Wegmann mit Steinen verkleidet.

Als Besonderheit hebt der Architekt den Innenhof hervor. Die bislang abschüssige und gerne mal matschige Fläche soll um bis zu 1,20 Meter angehoben und gepflastert werden. Obwohl sie sich Richtung Süden nach drei Seiten öffnet, sei sie durch den Altbau vom Verkehrslärm abgeschirmt und eigne sich dadurch für Empfänge oder sogar Kulturveranstaltungen, schwärmt Wegmann. „So was haben wir noch nicht in Schliersee.“

Zuerst steht aber die Bauphase an. Mit der Genehmigung rechnet der Architekt im März oder April, so dass die Stögers im Frühsommer mit dem Abriss beginnen können.

Während es dem Schnapperwirt gut geht, schaut‘s unweit in Miesbach bei einem Edeka gar nicht erfreulich aus: Der Betreiber muss entnervt schließen.

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