Schnappt Lotti!

Bissige Schildkröte ist weiter in freier Wildbahn

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Mit zweckentfremdeten Feuerpatschen drücken die Helfer das dichte Schilf zu Boden, um Lotti zu finden.

Irsee - Es sind Szenen wie in einem Krimi: In langen Reihen durchkämmen Einsatzkräfte das hohe Ufergras, zeitgleich stochern Feuerwehrler mit Stecken im Grund des abgelassenen Sees.

Die Suche nach Lotti – der bissigen Aligator-Schildkröte – am Oggenrieder Weiher (nahe Irsee im Allgäu) läuft weiter auf Hochtouren. Mittlerweile ist gar eine Belohnung von 1000 Euro auf den gepanzerten Störenfried ausgesetzt. Aber Lotti hat sich gut versteckt, bisher ist sie jedenfalls wie vom Erdboden verschluckt.

Am gestrigen Montag suchte die Feuerwehr zunächst das Seeufer ab – ohne Erfolg. Die 17 Feuerwehrmänner, die dabei auch durch hohes Gras und Schilf stapften, trugen schwere Schuhe und Handschuhe. Das Wasser im See sei inzwischen völlig abgelaufen, so ein Feuerwehrmann. „Der Schlamm ist aber so tief, dass wir die Schildkröte dort nicht suchen können.“ Der See werde deshalb beobachtet. Vermutlich habe sich Lotti in den Schlamm eingegraben. Mit einem schnellen Erfolg rechnen die Einsatzkräfte nicht: „Das ist wie ein Lottospiel. Es könnte noch Tage dauern, bis sie auftaucht.“

Gestern wurden außerdem Elektrozäune rund um den See und vor einem Waldgebiet aufgestellt, wie Irsees Bürgermeister Andreas Lieb sagte. Damit solle verhindert werden, dass Lotti den Suchtrupps entwischt. Zur Erinnerung: Das Reptil hatte einem Achtjährigen die Archillessehne durchgebissen. Für heute werden Zoologen aus München erwartet. „Dann wird das Gelände großräumig abgesperrt und wenn Ruhe herrscht, dann wird sie rauskommen.“

Der Deutsche Tierschutzbund fordert jetzt bundesweit einheitliche gesetzliche Regeln zu Haltung und Handel mit exotischen Tieren. „Das Interesse an exotischen Tieren, auch gefährlichen, wächst und wächst“, sagte Präsident Thomas Schröder. Daher würden auch immer wieder Tiere ausgesetzt. Schnappschildkröten wie Lotti leben eigentlich in Nordamerika.

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