Wetter: Neue DWD-Warnung bis hin zu Stufe Rot! Jetzt wird es richtig ungemütlich

Wetter: Neue DWD-Warnung bis hin zu Stufe Rot! Jetzt wird es richtig ungemütlich

Angst vor einstürzenden Dächern

Das große Schneeschaufeln: Helfer arbeiten im Schichtbetrieb

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Meter für Meter befreien Freisinger Feuerwehrmänner dieses Traunsteiner Gebäude vom Schnee.

Das Schneechaos in weiten Teilen Bayerns ist noch nicht vorbei. Hunderte ehrenamtliche Helfer waren am Wochenende erneut im Einsatz. Tauwetter erschwert ihre Arbeit und schürt Ängste vor einstürzenden Dächern, Bäumen – und vor möglichem Hochwasser.

München – Um die Kräfte der Helfer zu schonen, laufen die Arbeiten im Schichtbetrieb. „Wenn man stundenlang Schnee von Dächern schaufelt, ist man k. o.“, sagt BRK-Sprecher Markus Leitner. Kräfte tanken dürfen die Helfer beispielsweise auf Feldbetten in Turnhallen oder etwa in der Watzmann-Therme in Berchtesgaden. „Der Bürgermeister ermöglicht allen Helfern Gratis-Eintritt.“ Allein im Berchtesgadener Land hatten Bürger 900 schneeüberlastete Dächer gemeldet. „600 sind noch freizuräumen“, sagte Leitner gestern Mittag. Trotz der Strapazen, die diese Einsätze mit sich bringen, hat er beobachtet: „Die Stimmung ist gut, die Leute sind motiviert.“ Sorgen bereitet allen der Regen. „Für ihn ist der Schnee wie ein Schwamm.“ Wenn sich der Schnee auf Bäumen und Dächern mit Regen vollsaugt, wird er noch schwerer.

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Meteorologen haben eine neue Unwetterwarnung für das südliche Bayern herausgegeben. Noch bis Dienstag soll es regnen und schneeregnen, in höheren Lagen auch schneien. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glätte durch gefrierende Nässe und starken Verwehungen.

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Besonders ernst war die Lage am Wochenende in Traunstein. Allein die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatte rund 200 Helfer dorthin entsandt „Wir haben Schnee von Dächern geräumt, Kollegen abgesichert und Lebensmittel zu den Helfern transportiert“, zählt Sprecher Michael Förster auf. Bayerns DLRG-Präsident Ingo Flechsenhar verschaffte sich am Sonntag vor Ort ein Bild. „Der Schnee ist unwahrscheinlich schwer. Die Helfer müssen in Etappen den Schnee von den Giebeln an den Rand der Dächer schaufeln“, schildert er. Eines treibt ihn besonders um: „Ich habe Bedenken vor Hochwasser. Da kommt jetzt eine Menge Wasser dazu.“

Das macht die Einsätze auch für die Feuerwehr gefährlich. Ein 20-Jähriger, der mit rund 350 Kameraden aus dem Landkreis Freising nach Traunstein gekommen war, wurde wegen Kopf- und Nackenschmerzen ins Krankenhaus gebracht. Ihm war ein kleines Schneebrett auf den Kopf gefallen, als er unterhalb von einer Garage eine Leiter absicherte. In Bad Tölz-Wolfratshausen, wo zeitgleich dutzende Räumungseinsätze liefen, trug Landrat Josef Niedermaier eine Warnweste mit der Aufschrift: „Katastrophenschutz“. Wie auch für die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Traunstein gilt für seinen Landkreis der Ernstfall.

Einsatzkräfte kommen auch in Garmisch-Partenkirchen nicht zur Ruhe. Dort gilt der Katastrophenfall.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich bei seinem Besuch am Samstag in Bad Tölz besorgt. „Die größte Herausforderung der nächsten Tage wird die Dächerlast sein“, betonte er. Es gebe „keinen Grund zur Entwarnung – im Gegenteil“. 500 zusätzliche Bereitschaftspolizisten sollen helfen, der Lage in den verschneiten Regionen Herr zu werden. Insgesamt sind laut Söder 5000 Kräfte in Südbayern „volle Pulle im Einsatz“. Unter ihnen 1700 Soldaten der Gebirgsjäger.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner zollt den tausenden Helfern im Freistaat Respekt. In einer Videonachricht lobt sie: „Es ist wirklich eine sehr positive Botschaft, wie hier zusammengestanden wird, um den Menschen in Not zu helfen.“

Geduld wird Fahrgästen und Skifahrern abverlangt. Weil verschneite Bäume umzustürzen drohen, fahren viele Züge langsamer, zum Beispiel zwischen München und Lindau. Die Strecke Kempten– Lindau ist gesperrt, ab Holzkirchen gibt es weiterhin keinen Zugverkehr ins Oberland. Wegen der schneebeschwerten Bäume sind auch Skigebiete gesperrt, so etwa Sankt Englmar (Landkreis Straubing-Bogen).

Schüler dürften sich allerdings freuen. Drei weitere Landkreise haben entschieden, auch den Montag für unterrichtsfrei zu erklären: Starnberg, Weilheim-Schongau und Rosenheim. In Traunstein beginnt der Unterricht erst wieder am Donnerstag.

Corinna Kattenbeck (mit lby)

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Streit ums Schneeräumen eskaliert - erst Polizei kann schlichten

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