Es ist bereits der fünfte Fall

Am Kotzen: Unbekannte sägen Gipfelkreuz um

Das umgesägte Gipfelkreuz am Kotzen.

Es ist wieder passiert: Unbekannte haben ein Gipfelkreuz im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen umgesägt. Diesmal hat es das Holzkreuz am Kotzen im Vorkarwendel erwischt. 

Lenggries - Auf den Tag ein Jahr war Ruhe auf den Gipfeln: Jetzt aber hat erneut ein Unbekannter ein Gipfelkreuz im Vorkarwendel umgesägt. Wie die Polizei mitteilt, war der Täter am Sonntag auf dem Gipfel des Kotzen zugange. 

Ein Wanderer machte am Sonntagvormittag die unschöne Entdeckung. Gegen 11.50 Uhr teilte er der Tölzer Polizei mit, dass das Gipfelkreuz auf dem Kotzen umgesägt worden war. Derselbe Mann hatte das Kreuz am Vorabend noch von einem Nachbargipfel aus unversehrt stehen sehen. Aufgrund dieser Aussage und der Lagebeurteilung vor Ort grenzt die Polizei den Tatzeitpunkt auf Sonntag, 6 bis 10.30 Uhr, ein. 

Somit ereignete sich die Beschädigung kurz vor einem Wetterumschwung: Am Samstag und Sonntagvormittag war es noch trocken, die Temperaturen waren für die Jahreszeit eher warm, am Mittag setzten dann starker Regen und Wind ein. Das Gipfelkreuz war etwa vier Meter hoch und in einem Metallfundament eingefasst. Es wurde oberhalb der Metallaufnahme umgesägt. Bislang konnte es noch nicht vom Gipfel abtransportiert werden.

Der 1766 Meter hohe Gipfel des Kotzen liegt in einem Seitenkamm des Scharfreiters unweit der Ludern- und der Lerchkogelalm. Er befindet sich ein wenig abseits der Haupt-Wanderrouten, wird etwas seltener bestiegen als viele markantere Gipfel der Umgebung. Das Gipfelkreuz hatten einst die Almleute der Lerchkogelalm aufgestellt. 

Der Fall weckt ungute Erinnerungen: 2016 hielt eine Serie von Anschlägen auf Gipfelkreuze die Öffentlichkeit in Atem. Unbekannte sägten zunächst am 31. Juli das Gipfelkreuz auf dem Östlichen Torjoch (im Volksmund: Prinzkopf) um. Am 28. August ereilte das Gipfelkreuz auf dem Scharfreiter das gleiche Schicksal. Der Alpenverein stellte daraufhin am 1. Oktober ein neues Kreuz auf. Dieses wurde drei Wochen später zunächst dilettantisch angesägt, am 5. November aber erneut umgelegt. 

Damit endete die rätselhafte Serie fürs Erste – ganz genau ein Jahr vor der aktuellen Tat. Ob derselbe Täter am Werk war oder ein Trittbrettfahrer, das kann die Polizei aktuell nicht sagen. Die 2016 gegründete „Ermittlungsgruppe Gipfelkreuz“ soll jetzt wieder die Arbeit aufnehmen. Rein juristisch geht es zwar „nur“ um den Tatbestand der „gemeinschädigenden Sachbeschädigung“. Aufgrund des öffentlichen Aufsehens sei aber die Kripo eingeschaltet, erklärt Jürgen Thalmeier, Sprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim.

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