Polizei-Erfolg

Einbruch in Schloss Elmau im Mai: Festnahme

+
Im Schlosshotel Elmau wurde im Mai eingebrochen.

Elmau - Mehr als sieben Monate nach dem Einbruch in das Schlosshotel Elmau hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Der 46-Jährige wurde in der Schweiz gefasst.

Ein großer Coup ist der Polizei gelungen: Der Einbrecher, der am 6. Mai ins Schloss Elmau eingedrungen war und einen Tresor mit einer erheblichen Summe Bargeld entwendet hatte, ist vermutlich gefasst. Zwar schweigt der Mann bislang zu den Vorwürfen, doch die Beamten sind sich weitgehend sicher, dass der 46-Jährige aus dem Kosovo der Täter ist. Er wurde in Kreuzlingen (Schweiz) dingfest gemacht und sitzt nun in Österreich in Haft.

„Zum Erfolg führten die Ermittlungen der Kriminalpolizei Garmisch-Partenkirchen in enger Kooperation mit dem Landeskriminalamt Innsbruck“, sagt Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Denn die Beamten gehen davon aus, dass sie es mit einem „überregional agierenden Tatverdächtigen“ zu tun haben, unterstreicht Thalmeier. „Er dürfte für zahlreiche Einbrüche im Alpenraum verantwortlich sein.“ Spuren und Vorgehensmuster von vielen Fällen in Deutschland, Österreich und der Schweiz weisen Parallelen zum Einburch im Schloss auf.

Um im Fünf-Sterne-Plus-Refugium und Gipfel-Tagungsort 2015 Beute zu machen, stahl der Dieb – oder die Täter – , in der Nacht zum 6. Mai einen blauen Citroen Berlingo im Garmisch-Partenkirchner Weiler Wamberg, fuhr im Schutz der Dunkelheit am Luxushotel vor und verschaffte sich gewaltsam durch ein Fenster Zutritt zu einem Büro. Und zwar genau zu dem Raum, in dem der Tresor zu finden war. Darum liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen Einbrecher handelte, der sich im Schloss auskannte. Auch diesbezüglich laufen die Ermittlungen noch. Zum einen sollen „mögliche Mittäter“ gefasst werden, zum anderen „könnte es schon sein, dass jemand etwas zur Situation vor Ort gewusst hat“, sagt Polizeisprecher Frank Konrad. Für das Werk mehrerer spricht auch die Tatsache, dass sich ein massiver Tresor nur sehr schwer allein wegschaffen lässt. Aus ihm entwendeten die Täter einen hohen Betrag an Bargeld. Die Summe will die Polizei aber nicht nennen.

Der Tresor tauchte ebenso wieder auf wie das Fahrzeug. Den Wagen fanden Beamte bereits am Morgen nach dem Einbruch auf einem Privat-Grundstück an der Schöttlkarspitzstraße in Krün, den gewaltsam geöffneten Tresor sowie das Tatwerkzeug – Pickel, Beil und Axt – eine Woche später in einem Stadl am Rande der Kiesgrube in Krün. Vom Dieb gab es lange Zeit lediglich eine Videoaufnahme von der Überwachungskamera im Schloss. Da der Einbrecher darauf aber kaum zu erkennen ist – nur eine Person in dunkler Kleidung und mit Kappe ist zu sehen – führte die Veröffentlichung dieses Bilds nicht zum Erfolg.

Den machten kriminaltechnische Untersuchungen, der Vergleich ähnlicher Fälle und gemeinsame, landesübergreifende Ermittlungen nun, sieben Monate nach dem Fall, möglich. Da der 46-Jährige schweigt, müssen weitere Untersuchungen die genauen Details klären. Das Institut für Rechtsmedizin in München sowie das Bayerische Landeskriminalamt sind ebenfalls eingeschaltet. Polizeisprecher Konrad ist optimistisch, den Einbruch im Schloss Elmau voll und ganz aufzuklären: „Wir haben sehr gute Spuren.“

Janine Tokarski

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
Sirenen: Heute um 11 Uhr Probealarm in Bayern
In Kreisverkehr: Fahrer wird von Traktor geschleudert und stirbt
In Kreisverkehr: Fahrer wird von Traktor geschleudert und stirbt
Junger Motorradfahrer (17) stirbt bei Unfall
Junger Motorradfahrer (17) stirbt bei Unfall
Vollsperrung auf der A9: Schwerer Unfall mit zehn Verletzten
Vollsperrung auf der A9: Schwerer Unfall mit zehn Verletzten

Kommentare