Menschen flüchten vor Angst in den Wald

Eibsee: Dieser Hubschrauber versetzte Badegäste in Panik

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Sorgt für Aufregung: Maximal 50 Meter über dem Eibsee in Grainau dreht ein Hubschrauber der Royal Navy seine Runden in der Luft – und jagt vielen Fußgängern und Badegästen einen großen Schrecken ein.

Grainau - Muss das sein? Ein Hubschrauber der englischen Royal Navy fliegt so tief, dass Badegäste ängstlich in den Wald laufen.

Die Rotorblätter knattern in der Luft. Wie aus dem Nichts taucht vergangene Woche ein Hubschrauber innerhalb weniger Sekunden über dem Eibsee auf. Im Tiefflug – nur wenige Meter über dem Wasser – versetzt er Fußgänger und Badegäste in Panik. Sie flüchten in den Wald und ducken sich unter Bäumen. „Wir haben gedacht, der stürzt ab“, erzählt Rudolf Pichler, der dort gerade unterwegs war. Der Helikopter hielt sich über dem Bereich Untersee in der Luft. Kein Absturz, keine Suchaktion, wie weiter vermutet wurde. Die Militärmaschine kreiste zwei- bis dreimal über dem See, immer in der gleichen Schleife. „Das war ein unheimlicher Lärm“, beschwert sich der Augenzeuge aus Garmisch-Partenkirchen. Ruhe und Entspannung wichen Angst und Schrecken.

Von der Flug-Einlage hat auch Marc Rieppel, Geschäftsführer des nahegelegenen Eibsee-Hotels, Wind bekommen. Wie auch Pichler regt er sich mächtig darüber auf. Schließlich kosteten viele Gäste das herrliche Wetter aus. „Es war voller Bade- und Tretbootbetrieb“, klagt er. Schon tags zuvor habe der Hubschrauber der englischen Royal Navy über dem See seine Kreise gezogen.

Rieppel wollte wissen, was dahinter steckt. Aus eigenem Interesse und dem der Hotelgäste. Einige davon erkundigten sich, was es mit dem Hubschrauber-Einsatz auf sich hat – und ob es überhaupt erlaubt ist, so tief zu fliegen. „Ich habe mich veranlasst gesehen, bei der Polizei anzurufen.“ Schlauer war er nach dem Telefonat nicht, er wurde lediglich zur Bundesluftfahrtbehörde Südbayern weiterverbunden. Auch dort erhielt der Hotel-Geschäftsführer keine Auskünfte. Er solle die Bürgerhotline der Bundeswehr kontaktieren. Dort in der Warteschleife zu hängen, war ihm aus Zeitgründen aber nicht möglich. „Ich hab’ aufgegeben.“

Nach wie vor ist ihm der Grund für den Flug nicht bekannt. Nur Gerüchte kamen Rieppel zu Ohren. Es soll sich um eine gemeinsame Übung der Gebirgsjäger und der Royal Navy gehandelt haben. Die Bundeswehr jedoch widerlegt diese Behauptung. Konkretes kann auch die Polizei Garmisch-Partenkirchen nicht mitteilen. Der Fall ist bekannt, eine Meldung liegt aber nicht vor. Ebenso wenig wie über entsprechende Sondergenehmigungen für derartige Tiefflüge.

Egal, warum der Helikopter-Einsatz geschah – Pichler empfindet ihn als „Frechheit“ und „unverschämt“. Rieppel bläst in dasselbe Horn, obwohl Flugverkehr am Fuße der Zugspitze und über dem Eibsee nicht selten ist. Aber nicht so, nicht derart nah über dem Wasser, dass man einen Insassen, der fröhlich winkte, erkennen konnte. „Das muss in einem Naherholungsgebiet wirklich nicht sein.“

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