So sehen bayerische Engel aus

Schülerinnen reisen ins Flutgebiet und helfen

Halfen auch den Flutopfern: Mariola Dietrich (links) und Annette zur Linden

München - Unter all den Hilfsbereiten nach der Flutkatastrophe sind zehn Abiturientinnen vom Theresia-Gerhardinger-Gymnasium in München. Ihr Tagebuch zum Einsatz im Hochwasser-Gebiet:

Fleißige Fluthelfer: Gudrun Stock (links) und ihre Freundin Alexandra Helle

Das Hochwasser: Tausende Bayern meldeten sich freiwillig, um den Betroffenen bei den schweren Aufräumarbeiten zu helfen. Unter all den Hilfsbereiten waren auch zehn Abiturientinnen vom Theresia-Gerhardinger-Gymnasium in München: Annette zur Linden, Mariola Dietrich, Gudrun Stock und Alexandra Heller sowie sechs weitere Freundinnen entschlossen sich spontan, für mehrere Tage nach Deggendorf zu fahren, um den Menschen dort beizustehen.
Doch wie liefen die Hilfseinsätze ab? Was erlebten die Freiwilligen in dem Flutgebiet? Die zehn Hilfsengel führten Tagebuch über ihren Einsatz.

Die tz wirft einen Blick in ihre Aufzeichnungen:

- Als wir in Deggendorf am Bahnhof ankamen, fragten wir an einem Taxistand nach dem Shuttlebus, der uns nach Fischerdorf bringen sollte. Die Fahrerin des Taxis konnte uns dabei leider nicht weiterhelfen, also entschieden wir uns, das Taxi zu nehmen. Als die Frau erfuhr, dass wir zum Helfen gekommen waren, zahlte sie uns die Fahrt aus eigener Tasche …

- Dann wurden wir zu einem Haus geschickt, um einen Gartenschuppen und das Erdgeschoss auszuräumen. Wir bildeten eine Kette bis zur Straße, an der die Sachen dann auf Lkw geladen wurden. Es war schockierend zu sehen, wie viele Sachen entsorgt werden mussten. Eine Information war ebenfalls schockierend: In dem Haus lag ein toter Mann, der vor einigen Tagen gestorben war und noch nicht abtransportiert werden konnte.

- Wir gingen noch ins Versorgungszelt und aßen etwas. Danach telefonierten wir mit unserer Übernachtungsmöglichkeit, einer Familie, die angeboten hatte, einige Helfer aufzunehmen. Diese holte uns auch gleich ab. Alle waren sehr freundlich.

- Am nächsten Tag standen wir schon früh auf und bekamen gleich unseren ersten Auftrag: Wir sollten das Brennholz, welches um ein Haus im Wasser schwamm, herausfischen und in zwei große Schuppen bringen. Dies schafften wir mithilfe von Schubkarren. Nach einiger Zeit kamen Bundeswehrsoldaten hinzu, um uns zu helfen. Als der Oberste sah, dass wir Mädels Schubkarren fuhren, meinte er zu seinen Männern: „Ich will keine Frau mehr sehen, die einen Schubkarren fährt!“

- Zwischendrin kamen immer wieder Leute vorbei, die uns zwangen, eine Pause einzulegen und uns mit Essen und Trinken versorgten. Diese Hilfsaktion – wir würden und werden es jederzeit wieder tun!

Wassermassen gehen zurück: Deggendorf nach der Flut

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