24-Jähriger brach sich den Arm in der Therme Erding

Schwer verletzt im Rutschenparadies

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Auf einer der Galaxy-Rutschen brach sich Georg R. den Arm.

Erding - Sie heißen High Fly, X-treme Faser und Kamikaze – die drei Superrutschen im Galaxy, dem Rutschenparadies in der Therme Erding.

Rund 1,5 Millionen Besucher haben den Nervenkitzel ein Jahr nach der Eröffnung schätzungsweise schon erlebt. Einer von ihnen ist Georg R. aus Glonn (Kreis Ebersberg). Für ihn aber war’s ein sehr schmerzhaftes Erlebnis: Beim Rutschen brach sich der 24-Jährige den linken Arm.

Wie es zu dem Unfall kam, kann sich Georg R. nicht erklären. Er sah auf die großen Verhaltenstipp-Schilder, stieg in die Röhre, und ab ging’s: Arme und Beine fest an den Körper gepresst, 67 Meter rasant abwärts, eine leichte Linkskurve, bis zu 70 Stundenkilometer schnell. „Als ich unten ankam, war mein linker Arm fast ab.“ Die Diagnose in der Kreisklinik Erding: Spiraltrümmerbruch.

„Das kann eigentlich nur durch Fehlverhalten passieren“, sagt Galaxy-Geschäftsführer Cornelius Riehm. Vielleicht habe der junge Mann den Arm hochgerissen. Die Rutsche sei „wie eine schwarze Piste beim Skifahren oder Bungee Jumping“ einzuschätzen. Sie stelle „hohe Anforderungen an die körperliche Fitness“. Aber: Die Rutsche ist vom TÜV Süd abgenommen – Konstruktion, Standsicherheit, Kanten – alles wurde unter die Lupe genommen und für o.k. befunden.

TÜV-Sprecher Thomas Oberst erklärt jedoch: Rutschen gelten als Sport- und Freizeitgeräte, nicht jedoch als Spielgeräte. „Das wissen viele nicht.“ Risiken „wie Herausfallen aus der Rutsche, Zusammenstöße, Stürze, Verbrennungen und Fangstellen“ bestehen. Oberst: „Ein Restrisiko bleibt immer.“

Es ist nicht der erste Unfall im Erdinger Rutschparadies. Noch beim Probebetrieb der Wasserschanze High Fly hatte sich ein Starnberger Ehepaar verletzt – Gehirnerschütterung, Schleudertrauma, Prellungen, Wirbelbruch. Das Paar hat Anzeige erstellt – das Verfahren liegt noch bei der Staatsanwaltschaft Landshut. Schwer verletzt wurde im August auch ein Bub (6) aus der Ammerseeregion. Er riss sich auf der nur 8,20 Meter langen Kinderrutsche den Mittel- und Zeigefinger ab. Die Therme erklärte den Unfall damals mit einem schweren Fehlverhalten des Buben, der wohl knieend gerutscht und die Hand über den Rand hinaus unter die Rutsche gehalten hatte. Im August 2007 landeten 35 Unfallopfer in der Klinik, im März 2008 waren es neun. Bei 650 000 „Rutschvorgängen“ allein im März sei das keine hohe Zahl, sagt Geschäftsführer Riehm.

Die Rutschenbetreiber sind derweil weiter auf der Suche nach Trends. Im Gespräch ist neuerdings ein Rutschen-Looping …

Quelle: tz

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