Chaos vor Neujahrsskispringen

Unfall bei Schanze: Im Laster waren die TV-Kameras

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Der Zug hat den Laster meterweit mitgeschleift. Der Unfall hat sich nahe der Olympiaschanze zwischen Garmisch und Mittenwald ereignet.

Garmisch-Partenkirchen - Schreckmomente kurz vor dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen: Ein Zug hat ein Lieferfahrzeug für den Aufbau meterweit mitgeschleift. Nun ist die einzige Zufahrt zur Schanze blockiert.

+++ 15.20 Uhr +++ Zur Stunde beginnen die Bergungsarbeiten, nachdem die Spezialzüge der Bahn eingetroffen sind. Jetzt steht auch fest, welche Fracht der Unglückslaster geladen hatte: Kameras, Kabel und Zubehör für die Übertragung des Skispringens am Neujahrstag. Regisseur Thomas Strobl, der für schätzungsweise 100 Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt die TV-Bilder aus Garmisch-Partenkirchen verantwortet, orderte noch am Morgen 15 neue Kameras für die Tournee - sie wurden kurzfristig aus Florenz geliefert.

Transport läuft nun über das Olympia-Eissportzentrum

+++ 12.30 Uhr +++ Die Bergungsarbeiten werden sich noch Stunden hinziehen. Zunächst muss nun ein Spezialfahrzeug der Deutschen Bahn AG nach Garmisch-Partenkirchen kommen, um den Oberleitungsmasten zu sichern. Anschließend kann der Zug von einer Lok, die erst noch aus Richtung Kufstein anfährt, zurück in den Bahnhof Mittenwald geschleppt werden. In der Folge soll der verunglückte Lastwagen mit einem Kran geborgen werden, ehe schließlich vor Ort ein mobiler Oberleitungsmast installiert wird. Nach ersten Schätzungen der Bahn wird die Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald beziehungsweise Reutte/Tirol noch mindestens bis 16 Uhr gesperrt werden.

Das Organisationskomitee für das Neujahrsskispringen dirigiert derweil alle Lastwagen mit Material auf den Parkplatz des Olympia-Eissportzentrums um. Dort werden die Waren auf kleinere Fahrzeuge verladen, die dann über Ausweichrouten das Olympia-Skistadion anfahren können.

+++ 11.30 Uhr +++ Wie die Polizei mitteilt, wird nun gegen den 47-jährigen Fahrers des italienischen Sattelzuges wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt. Offenbar war der Mann auf den Bahnübergang gefahren, obwohl unmittelbar vor ihm ein Laster wartete. Es ist immer noch unklar, wie lange die Strecke gesperrt ist

Bahnübergang ist einzige Zufahrt

+++ 10 Uhr +++ Neues Problem für die Organisatoren der Vierschanzentournee, diesmal hat es nur indirekt mit dem Wetter zu tun. Bei dem Laster, der in den Bahnunfall verwickelt war, handelt es sich um ein Lieferfahrzeug für den Aufbau zum traditionellen Neujahrsspringen im Rahmen der 63. Internationalen Vierschanzentournee. Der Bahnübergang, der bis auf Weiteres blockiert ist, ist die einzige Zufahrt für Lastwagen und größere Fahrzeuge zum Olympia-Skistadion.

Zug schleifte Laster 50 Meter mit

Nach ersten Meldungen der Polizei befand sich der Laster gegen 6 Uhr aus bisher noch nicht geklärten Gründen auf dem Gleis. Offenbar hatte zuvor ein anderer Laster die Strecke problemlos überquert, der zweite kam jedoch nicht mehr über die Gleise.

Ein Zug, der auf der Bahnstrecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald unterwegs war, näherte sich und musste eine Notbremsung einleiten. Doch es war zu spät, der Zug erfasste den Laster und schleifte ihn rund 50 Meter mit.

Der Lokführer und die sechs Reisenden blieben unverletzt, der Lasterfahrer wurde nach ersten Angaben nur leicht verletzt. Größeren Schaden hat aber auf jeden Fall die Technik genommen: Auf der Strecke zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald geht derzeit nichts mehr. Der Zugverkehr nach Reutte in Tirol ist ebenfalls unterbrochen, weil durch den Unfall die Oberleitung beschädigt wurde. Ersatzweise fahren Busse. Wie lange die Sperrung andauern wird, ist noch nicht klar.

Bahnunfall an Olympiaschanze in Garmisch: Bilder

Die winterlichen Verhältnisse machen Bahnfahrern und Autofahrern in ganz Bayern das Leben schwer. Dabei ist die Spitze anscheinend noch nicht erreicht: Der Wetterdienst warnt vor bis zu 50 Zentimetern Neuschnee.

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