Lenggries: Mann (53) stirbt bei schwerem Unfall

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Die Unfallstelle.

Lenggries - Jede Hilfe kam am frühen Freitagmorgen für einen 53-Jährigen zu spät. Als Beifahrer wurde der Mann in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, der sich auf der B13, kurz vor der Lenggrieser Isarbrücke, ereignete.

Der Notruf erreichte die Polizei um 5.45 Uhr. Die Tölzer Beamten rückten aus, gemeinsam mit 27 Feuerwehrleuten aus Lenggries und Helfern des BRK. Der 30-jährige Fahrer eines Volvo – in diesem Auto saß auch der 53-Jährige – geriet mit seinem Pkw auf die Gegenfahrbahn. Ein entgegenkommender 48-Jähriger hatte mit seinem Ford keine Chance auszuweichen – raste in die Beifahrerseite des Volvo. Der 53-Jährige starb noch vor Ort.

„Die Unfallursache ist unklar, uns bleiben bislang nur Spekulationen“, sagt Robert Rath, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Ob der 30-Jährige einem Reh auswich, am Steuer kollabierte oder einfach nur zu schnell unterwegs war: „Es könnte alles sein. Deshalb haben wir nun einen Gutachter eingeschaltet, der die Ursache herausfinden soll“, so Rath.

Fakt ist, dass alle drei Unfallbeteiligten aus der Gemeinde Lenggries kommen. Aus Rücksicht auf die Angehörigen gab die Polizei erst am späten Vormittag bekannt, dass es einen Toten bei dem Unfall gegeben hatte. Erst als die Familie verständigt war, wurde die traurige Wahrheit öffentlich.

„Mit den Angehörigen zu sprechen, das ist für die Kollegen keine einfache Aufgabe“, sagt Rath, der selbst in der Vergangenheit viele traurige Nachrichten überbringen musste. „Da erlebt man ganz, ganz schlimme Sachen.“ Etwa junge Frauen, die mir einem Kleinkind auf dem Arm die Tür öffnen: „Dann sagen Sie mal, dass der Papa nie mehr nach Hause kommt“, so Rath.

Auch die Polizisten, Feuerwehr- oder BRK-Mitglieder brauchen nach solch schweren Unfällen manchmal Hilfe. Deshalb gibt es bei der Feuerwehr nach Einsätzen dieser Art spezielle Dienstbesprechungen: „Da kann jeder über das Erlebte sprechen – und sich Hilfe holen, falls es ein Problem gibt“, sagt der Lenggrieser Kommandant Peter Fischhaber, einer der Ersthelfer. Am Freitag war dies besonders wichtig: Einer der am Unfall beteiligten Fahrer ist selbst Mitglieder der Wehr.

Hilfe für die Familie des Verstorbenen bietet das Kriseninterventionsteam des Landkreises an: „Aber auch der örtliche Pfarrer ist immer ein guter Ansprechpartner“, sagt Polizei-Pressesprecher Rath. Die beiden Fahrer werden schwerverletzt und mussten von der Feuerwehr aus den Autos befreit werden. Derzeit werden sie im Tölzer Krankenhaus versorgt. An den Wagen entstand Totalschaden. Mitte kommender Woche soll feststehen, wie es zu der Kollision kommen konnte.

Steffi Brendebach

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