Seefest aus Angst vor Massenpanik abgesagt

Senden - Die Planungen für das 41. Seefest in Senden im Kreis Neu-Ulm liefen auf Hochtouren, doch jetzt fällt die Veranstaltung wegen des Unglücks auf der Loveparade ins Wasser.

Kapellen waren engagiert, das Feuerwerk schon bestellt – doch dann kam der 24. Juli und die Massenpanik bei der Loveparade von Duisburg mit 21 Toten. Angesichts der schrecklichen Bilder nahmen die Verantwortlichen der Stadt das Sicherheitskonzept des Festes noch einmal unter die Lupe und zogen die bereits erteilte Genehmigung wieder zurück!

Knackpunkt ist für Bürgermeister Kurt Baiker, dass es zum Festgelände nur einen einzigen Zugang gibt. Und der ist nur fünf Meter breit. Dieser „Flaschenhals“, so Baiker bei einer Pressekonferenz, müsse im Notfall auch von den Rettungskräften genutzt werden. Man könne deshalb nicht ausschließen, dass es zu einem ähnlichen Szenario wie in Duisburg kommen könne – auch wenn man in Senden „nur“ von rund 10 000 Besuchern ausgegangen sei. Hinzu komme, dass das Festgelände keine unabhängige Versorgung vom öffentlichen Netz habe. Sollte der Strom ausfallen, dann sei nicht auszudenken, was passiere, wenn die Besuchermasse im Dunkeln die Orientierung verliere.

Die Absage trifft die Veranstalter, den Bürgerverein Unteres Illertal, hart. Vorsitzender Rainer Bolz kann die Entscheidung nicht verstehen. „Das Seefest ist keine Techno-Party.“ Der Vergleich mit Duisburg sei völlig unangemessen. „Über 30 Jahre gab es immer das gleiche Konzept.“ Er hofft jetzt, dass seine Vertragspartner wenigstens auf die vereinbarten Konventionalstrafen verzichten.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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