Jubel im Tegernseer Rathaus

Bürgerentscheid: Wähler sagen "Ja" zum Seeufersteg

Tegernsee - 200 Meter Seeufersteg zwischen Länd und Macke-Anlage haben die Meinung der Bürger in Tegernsee gespalten. Am Sonntag gaben die Menschen beim Bürgerentscheid ihre Stimme ab - und trafen eine Entscheidung.

Jubel brandet auf, als Bürgermeister Peter Janssen (Bürgerliste) das Ergebnis verkündet. Viele hatten am Sonntagabend im Rathaus gespannt auf das Ergebnis gewartet: Steg-Befürworter und Steg-Gegner, umlagert von Pressevertretern. Mit fester Stimme schickt Janssen eines voraus: Die Wahlbeteiligung sei mit 57 Prozent erfreulich hoch, weshalb das Ergebnis auch eine hohe Akzeptanz haben dürfte. Für Janssen ist es zweifelsohne ein überaus erfreuliches Resultat: 57 Prozent der Wähler haben das Ratsbegehren unterstützt, ein ziemlich klares Votum für die Verbindung der beiden bestehenden Stege am Rathaus und am Café Kreutzkamm.

Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Schon am Montag, kündigt Janssen an, werde er die Aufträge für den Bau erteilen. In 14 Tagen sollen die Arbeiten beginnen und noch vor der Hauptsaison im Juli abgeschlossen sein. Janssen hat für den Stegbau gekämpft, im Auftrag des Stadtrats Prozesse gegen die Anlieger geführt und hartnäckig mit den Behörden gerungen. Nun, da mit dem Bürgerentscheid die letzte Hürde genommen ist, erlaubt er sich kein Triumphieren. Es sei bedauerlich, dass der Steg so viele Gräben aufgerissen habe, sagt er ernst. "Wir müssen alle zusammen daran arbeiten, dass sie so schnell wie möglich wieder zugeschüttet werden."

Viktoria Ziegleder ist dazu bereit. "Wir werden nicht nachtreten", sagt die engagierte Vertreterin der Bürgerinitiative. Schlimmes habe sich in den vergangenen Wochen abgespielt. "Noch gestern sind unsere Plakate abgerissen worden", berichtet Ziegleder. Vor allem Geschäftsleute, die sich als Steg-Gegner zu erkennen gegeben hätten, seien massiven Anfeindungen ausgesetzt worden. "Das ging von drei Familienclans aus. Schlimm, dass das auch noch Stadträte waren", meint Ziegleder. Vom Ergebnis sei die Initiative schon etwas enttäuscht, gesteht Ziegleder. Ihr Mitstreiter Albrecht Graf von Perponcher unterdessen gibt sich wenig überrascht: Er habe nichts anderes erwartet, sagt er.

Gabriele Werner

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