Seit April Behinderungen

Endlosbau auf der A96 - warum diese Zustände?

München - Seit April gibt es Behinderungen auf der Autobahn 96 Lindau in Richtung München - und wie es aussieht, ist kein Ende in Sicht. die tz hakte bei den zuständigen Behörden nach.

Am Montag, 13. April, ging’s los: Baustelle auf der A 96 Lindau-München im Bereich zwischen den Anschlussstellen Greifenberg und Wörthsee auf einer Länge von 10,5 Kilometern. Zweistreifig befahrbar, auf Tempo 60 limitiert. So ging der Sommer ins Land, dann sollte ab Montag, 19. Oktober, der Verkehr wieder frei fließen dürfen. Das tat er auch, aber nur in Fahrtrichtung München.

Dabei haben die verärgerten Autofahrer nicht den Eindruck, dass auf der Baustelle mit Hochdruck gearbeitet wird. Stichprobe am Dienstag, 3. November, kurz nach 14.30 Uhr: Fünf Mann sind auf den 10,5 Kilometern zu sehen, die auf der Baustelle arbeiten. Zwei Tage später: Diesmal sind es sieben Mann, allerdings stehen fünf davon um einen Lastwagen herum und führen offenbar eine angeregte Unterhaltung. Dritte Stichprobe am Freitagnachmittag: Ganze zwei Arbeiter verlieren sich auf 10 500 Metern Strecke, beide machen sich an einem Kabelstrang zu schaffen.

Warum diese Zustände? Bei der Außenstelle Kempten der Autobahndirektion Süd, die für die Baustelle unweit Münchens zuständig ist, freut man sich hörbar nur begrenzt über solcherlei Fragen. Der eigentlich zuständige Betreuer des Projekts sei im Urlaub, deshalb könne man Detailfragen nicht erschöpfend beantworten, heißt es dort. Allerdings sei bei den Arbeiten ein defekter Entwässerungskanal entdeckt worden, der habe erneuert werden müssen. Außerdem sei beschlossen worden, den Rückbau der Baustelle in Nachtschichten zu erledigen. Begründung: Für den Rückbau müsse eine Fahrspur komplett geschlossen werden, was tagsüber zu erheblichen Staus geführt hätte.

Wer dachte, die 10,5 Kilometer lange Baustelle auf der A 96 diene (auch) dazu, der Autobahn eine neue Asphaltdecke zu spendieren, sieht sich enttäuscht. Stattdessen meldete die Autobahndirektion Süd folgendes an: „Im Zuge der Bauarbeiten werden die kompletten Fahrzeug­rückhaltesysteme, bestehend aus Stahlschutzplanken, Betonschutzwänden und Anpralldämpfern, erneuert, erforderlichenfalls Notrufsäulen versetzt und 20 Verkehrszeichenbrücken neu errichtet. Zudem werden in den Tunneln Eching und Etterschlag Untersuchungen an den Tunnelwänden durchgeführt.“ Von den 20 Verkehrszeichenbrücken ist freilich bis heute nichts zu sehen.

Am kommenden Wochenende soll der Rückbau abgeschlossen sein. Dann ist die Strecke wieder frei – bis zum Frühjahr. 2016 sollen die beiden Unterführungen bei Etterschlag und Eching saniert und mit moderner Sicherheitstechnik aufgerüstet werden. Das soll acht Monate lang dauern.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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