Sektenkinder von Lonnerstadt

Bruder bestätigt: Krankem Bub Medikamente verwehrt

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"Lehrer der Weisheit"? Als solcher bezeichnete sich zumindest der Angeklagt.

München - Im Prozess um die Sektenkinder von Lonnerstadt hat der Bruder des schwer kranken Buben die Vorwürfe gegen die Mutter und ihren Lebensgefährten bestätigt: Der Junge durfte keine Medikamente nehmen.

Auch der heute 26-jährige Sohn der Frau sagte am Mittwoch vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, seine Mutter und ihr Partner hätten die drei Kinder zu einem medikamentfreien vegetarischen Leben gedrängt. Er sprach bei der Gemeinschaft von einer „Sekte“. Der Angeklagte habe sich stets selbst als „Lehrer der Weisheit“ oder „höheres Wesen“ bezeichnet.

Die 49-jährige Frau und ihr 55-jähriger Partner müssen sich wegen Misshandlung des damals zwölfjährigen Sohnes der Angeklagten verantworten. Er ist heute 27 Jahre alt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, dass sie dem Kind von 1999 an drei Jahre lang keine Medikamente gaben und nicht mit ihm zum Arzt gingen, obwohl es an der Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose leidet. Auch die zwei Jahre ältere Schwester leidet an dieser Erkrankung, jedoch in schwächerer Ausprägung. Die Angeklagten bestreiten die Vorwürfe.

dpa

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