Mutter erinnert sich

„Rucksack-Mörder“ gestorben: Ivan Milat tötete drei junge Bayern - Frau verlor ihr einziges Kind

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Ein undatiertes Foto zeigt den „Rucksack-Mörder“ Ivan Milat. Jetzt ist der Mann gestorben.

Ivan Milat ist tot. Der Serienmörder tötete unter anderem drei junge Bayern in Australien. Die Mutter eines seiner Opfer erinnert sich an die schlimme Zeit.

  • Der „Rucksack-Mörder“ Ivan Milat ist tot.
  • Er ermordete unter anderem drei junge Touristen aus Bayern.
  • Die Mutter eines Opfers aus Regensburg erinnert sich.

Regensburg - Ein Holzkreuz erinnert in einem australischen Nationalpark an eine junge Frau, daneben eine Gedenktafel mit den Namen von sieben Touristen, alle ermordet vom Serienkiller Ivan Milat, den man den Rucksack-Mörder nannte. Ende Oktober ist der Serienkiller im Alter von 74 Jahren an Krebs gestorben. Behörden und Bekannte benachrichtigten daraufhin die Hinterbliebenen - auch Familien in Bayern. In Regensburg klingelte es bei Erwine S., Mutter der erstochenen Simone (21). In einer ersten Reaktion dachte die Frau, „sterben müssen wir alle, auch der Milat“.

Serienmörder Ivan Milat tot: Mutter eines Opfers erinnert sich

Die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse vor 30 Jahren, sie will nicht verblassen - und der Schmerz, er bleibt für immer: 1992 und 1993 wurden südlich von Sydney, im Belanglo State Forest, die sterblichen Überreste von sieben jungen Leuten - aus Australien, Großbritannien und drei ausBayern - gefunden: Anja H. (20) und ihr Freund Gabor N. (21) stammten aus Oberbayern, die ebenfalls 21-jährige Simone S. aus Regensburg. Alle drei waren als Rucksacktouristen unterwegs gewesen und galten als verschollen. Doch sie waren nicht etwa weiter auf Reisen geblieben, sie waren gefoltert und schließlich ermordet worden.

Rucksack-Mörder tötet 21-Jährige aus Regensburg - Mutter wartet vergeblich in Melbourne

Simone, die alle nur Simi nannten, wollte ab Januar 1991 durch den australischen Kontinent ziehen. Auch als Tramperin. Noch im selben Monat traf die fröhliche, unbekümmerte Frau auf Ivan Milat. In dessen Haus wurden später einige ihrer Ausrüstungsgegenstände entdeckt. Milat, so fanden die Ermittler auch heraus, hatte sechsmal auf die junge Frau eingestochen.

Während Simone damals unterwegs war, wartete zur selben Zeit ihre Mutter in Melbourne, wo man sich eigentlich treffen wollte. Doch die Tochter tauchte nie auf. Als Simone den Rückflug im März 1991 verpasste, wandte sich Erwine S. an die Behörden und die Öffentlichkeit. „Sie befürchtet das Schlimmste“, hieß es in den Medien. Schließlich flog die Mutter verzweifelt und in tiefer Sorge um das einzige Kind heim.

Hintergrund-Video Ivan Milat: In diesem Wald fand man die Leichen

Mutter von Opfer aus Regensburg: „Es waren furchtbare Zeiten“

Dann fanden sich die Leichen, der zigmal vorbestrafte Milat wurde nach einem Hinweis festgenommen. 1996 wurde ihm der Prozess gemacht, Simones angereister Vater verfolgte die Verhandlung vor Ort. Später gab er an, er habe Milat die Todesstrafe gewünscht, er sei „für immer ein gebrochener Mann“. 

Die Todesstrafe ist in Australien längst abgeschafft, Milat erhielt lebenslänglich. „Es waren furchtbare Zeiten“, erinnert sich Simones Mutter Erwine nun, sie habe dies alles nur mit professioneller Hilfe und der Unterstützung der Familie und Freunde durchgestanden. 

Serienmörder tot: „Er soll in der Hölle verrotten“

„Jetzt ist der Milat tot“, sagt sie mit leiser Stimme, „Und es ist, wie es ist“. Ihre Tochter Simone liegt auf dem Friedhof Reinhausen in Regensburg. Milat wurde ohne Zeremonie eingeäschert. „Er hat unermessliches Leid über seine Opfer und deren Familien gebracht“, sagte der für Gefängnisse zuständige Minister. „Er soll in der Hölle verrotten. Dort, wo er hingehört.“ 

Mit Charles Manson starb 2017 einer der berüchtigsten Serienmörder der Welt - hier ein Porträt.

Serie zu Münchens schlimmsten Verbrechern: Er mordete aus purer Habgier.

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