Liebestrunkenes Pärchen lässt's krachen

Sex auf der Motorhaube landet vor Gericht

Rupert Beer und sein Citroën, auf dem der Sex statt fand

Windischeschenbach - Ein liebestrunkenes Pärchen vergnügte sich nach einem Besuch in einer Wirtschaft auf der Motorhaube eines Autos, nachdem vorher eine Garage aufgebrochen wurde. Der Fall landete nun vor Gericht.

Der Zoigl hat’s in sich. Das in der nördlichen Oberpfalz im offenen Kühlschiff gebraute Bier ist nicht nur süffig, sondern auch höchstwahrscheinlich aphrodisierend! Jedenfalls jener Zoigl aus Windischeschenbach (Kreis Neustadt a.d. Waldnaab). Denn dort – nach ein paar Halben in einer Zoigl-Wirtschaft – zog es ein Pärchen direkt auf die Motorhaube von Rupert Beers Auto. Zum Quickie. Doch nach dem Spontan-Sex kam das böse Erwachen: Der Schaden an Auto und Garage war nämlich immens. Jetzt landete das freche Schäferstündchen vor Gericht.

Als Bauer Rupert Beer an einem Sonntagmorgen im Dezember 2012 vor die Haustür tritt, sieht er eine Jacke vor seiner Garage liegen. Er wundert sich, geht aber trotzdem erstmal frühstücken. Beim zweiten Hinschauen merkt er: Die Garage ist aufgebrochen. „Da bin i nei und hob neben meinem Auto einen Schlüsselbund, ein Handy sowie ein – benutztes – Kondom gefunden“, erzählt der 51-Jährige. Da habe er gleich gewusst, was los gewesen war in der Nacht: „Da gab’s ne Runde Sex.“ Schließlich wohnt Rupert Beer gleich neben der Zoigl-Wirtschaft. Und von dort kommen die Leute nicht immer ganz nüchtern heraus.

"Da hob i die Polizei gerufen"

Als er sein Auto kon­trolliert, sieht er weiteren Schlamassel: Die Windschutzscheibe ist verschmiert, eine Haarspange klemmt zwischen den Scheibenwischern. Die Motorhaube? Eingedrückt! Und die Stoßstange ist auch noch halb heruntergetreten. Der Wagen ist zudem zerkratzt und ein Nummerntafel ist heruntergefallen. Beer, der als Ensemblemitglied der kultigen Altneihauser Feierwehrkapell’n viel Toleranz mitbringt: „Da hob i die Polizei gerufen.“

Stichwort: Zoigl-Bier

Der Zoigl ist ein Bier, das von den Privatleuten gebraut wird – die Maische dazu wird im Kommunbrauhaus gekocht und gehopft. Das

Zoigl-Bier selbnt ist nicht gefiltert und auch nicht pasteurisiert (mit Pasteurisieren macht man Bier haltbar). Dewegen kippt es nach einer sechsmonatigen Lagerung um. Jeder Zoigl-Brauer hat ein eigenes Rezept: Daraus folgt: Kein Zoigl-Bier, das einen hohen Hopfenanteil und damit herben Ton besitzt, schmeckt gleich. Echten Zoigl gibt es es nur auf Verlangen in Flaschen und nur als Geschenk. Zuletzt gab es einen Rechtsstreit vor dem Patentgericht um die Marke Zoigl, die Brauereien verwenden.

Kurzerhand nehmen die Beamten alle Utensilien mit – „bis auf das Kondom natürlich“, lächelt der Autobesitzer. Innerhalb weniger Minuten hat die Polizei den Handybesitzer identifiziert. Doch vom Spontan-Sex wollen der junge Mann und die Frau erstmal nix wissen. Doch die Spurenlage ist eindeutig – das Pärchen hatte sich nach dem Zoigl nebenan in der Wirtschaft den Weg in Beers Garage nahezu freigekämpft. Offenbar völlig angeheizt, davon zeugen weggeworfene Klamotten in Beers Garten und Spuren.

Der sagt: „Mir war ja wurscht, was die da getrieben haben, ich wollt ja nur, dass der Schaden bezahlt wird.“ Doch so einfach ist es nicht. Die Frau entschuldigt sich, doch blechen? Nein. Nur 500 Euro zahlt das Liebespärchen auf Anraten ihres Anwalts. Für Beer zu wenig: Der Schaden an seinem Citroën Picasso C3 und der Garage beträgt 2600 Euro. Und so landete der Spontan-Sex vor Gericht. Vergangene Woche wurde nochmal über die Liebesnacht in Rupert Beers Garage diskutiert – und der Windischeschenbacher bekam Recht.

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