Internetseite von MdL Wild ist jetzt ein Erotik-Treffpunkt

Sex statt SPD

MdL Margit Wild von der Regensburger SPD

Regensburg - Die bayerische SPD kann sexy sein. Allerdings ist sie das in diesem Fall nicht ganz freiwillig.

Ein schwäbischer Internet-Pirat hat sich die Website der Regensburger Landtagsabgeordneten Margit Wild gekrallt. Im Internet erfährt der politsch Interessierte unter www.margit-wild.de nun weniger, was sozialdemokratisch so los ist, sondern, dass Erdnuss, Rockhaeschen und Zuckerpopo auf einen Flirt und mehr aus sind – eine verlinkte Sexseite. Wild sagte dazu der Mittelbayerischen Zeitung: „Jetzt weiß ich, was Internet-Kriminalität ist.“

Margit Wild hatte die Adresse früher besessen. Vor kurzem stand dann aber www.margit-wild.de zum Verkauf, ohne dass die Abgeordnete davon wusste. Kaum war nun die Adresse frei, war sie auch schon wieder vergeben – und zwar an Wolfgang M. (51) aus Reutlingen für 249 Euro. Der arbeitet laut seiner Ehefrau allerdings nicht als Porno-Schaffender, was die Seite durchaus bestätigen würde, sondern in einer Sicherheitsfirma. „Er wollte schon immer eine Domain haben, und die wild.de gefiel ihm.“ Auch weil der Name an den früheren Porno-Star Gina Wild erinnere. Ein Freund M.s habe die Seite dann auf Sex verlinkt. Schauspielerin Michaela Schaffrath alias Gina Wild hatte ebenfalls in ihrer Karriere mit vielen Tiefen zu kämpfen -  doch jetzt enthüllte Gina Wild ihr Männer-Geheimnis

MdL Wild will aber ihre Seite zurück und schaltete einen Anwalt ein, der sich auf IT-Recht spezialisiert hat. Markus Baron von Hohenau schickte dem neuen Besitzer eine Aufforderung, die weitere Verwendung der Adresse zu unterlassen. Ein Grund: „Der Ruf meinder Mandantin wird durch die Seite massiv geschädigt.“ Er sieht MdL Margit Wild zudem völlig im Recht, dass nur sie die Seite betreiben darf, bestätigt durch mehrere höchstrichterliche Urteile. „Die Verwendung eines fremden Namens ist eine Verletzung des Namensrechts. Ich darf eine Domain nicht mit einem Namen verwenden, wenn ich nicht so heiße.“

Doch Wolfgang M. sucht den Kampf und spottet: „Die Domain margit wild ist meiner Meinung nach eine beschreibende Domain!“ Er nennt Beispiele wie margit geil und margit nett. „Es gibt daher keinen Unterlassungsanspruch.“

Außerdem könne er nicht jeden Provinzpolitiker kennen, die Domain sei rechtmäßig erworben. Wolfgang M. schlägt sogar vor, die Seite gemeinsam zu nutzen. Schließlich verbinde ihn mit Frau Wild, dass sich beide für die Rechte von Frauen einsetzen. „Ich bin jederzeit bereit, für diese Sache alles zu geben. Mit sozialistischem Gruß, Ihr Wolfgang M.“ Anwalt Baron von Hohenau findet das mehr als dreist. „Jetzt wird die Sache gerichtsmäßig.“

Übrigens: Dass www.margit-wild.de überhaupt zum Verkauf stand, soll angeblich die Rache einer früheren Mitarbeiterin gewesen sein, die die Seite betreut hatte.

MC

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