Oberpfalz

Sex-Täter postet Fotos von Frauen auf Schmuddel-Seiten

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Die Suche nach Sex im Netz reichte dem Täter nicht. Er klaute Bilder von Frauen aus sozialen Netzwerken, machte Pornos daraus und stellte sie ins Netz

Kemnath - Von Facebook-Seiten hat ein Mann Fotos von Frauen geklaut. Diese bearbeitete er so, dass sie wie echte Porno-Bilder aussahen - und lud sie auf anrüchigen Seiten hoch.

Das perverse Hobby eines Strumpfhosen-Fetischisten versetzt jetzt eine ganze Region in Aufregung, in Angst und Schrecken: Im oberpfälzischen Kemnath (Kreis Tirschenreuth) hat die Polizei einen 35-Jährigen geschnappt, der über 1000 Fotos von Frauen ohne deren Zustimmung auf Porno- und Sexseiten veröffentlicht haben soll!

An die Bilder kam der Beschuldigte über die Profile der betroffenen Frauen auf Internet-Netzwerken wie etwa Facebook. Bevor er sie dann auf anrüchigen Seiten hochlud, bearbeitete er sie so, dass sie wie echte Pornobilder aussahen. Manchmal schnitt er die Gesichter der zumeist jungen Frauen auch aus und setzte sie in Hardcore-Szenen wieder ein.

Nach Angaben des Nordbayerischen Kuriers, der zuerst über den Fall berichtete, lud der Mann insgesamt 1439 Fotos hoch. Darunter auch manipulierte Aufnahmen von Prominenten. Doch nicht diese sind es, weshalb die Polizeiinspektion Kemnath nun u. a. wegen Beleidigung gegen den Mann ermittelt. In seinen 139 Bildergalerien sollen sich nämlich auch viele Bilder junger Frauen aus der Oberpfalz in Strümpfen, Netzstrumpfhosen und Overknees befinden. Diese fürchten nun um ihren Ruf und um ihre Karriere.

Schon sein Nutzername Panty für Höschen beziehungsweise mit -hose für Strumpfhose verweist auf seine Leidenschaft. Dieser Fetisch scheint den Mann so stark beherrscht zu haben, dass es ihm irgendwann nicht mehr genügte, nur im Netz auf Jagd nach neuen Bilder zu gehen. Auf der Kirchweih in Speichersdorf (Kreis Bayreuth) und im Örtchen Kummenaab (Kreis Tirschenreuth) soll er auch selbst Teenies im Dirndl und beim Feiern abgelichtet haben. Auf seiner Seite im Internet prahlt der Beschuldigte, dass er es wenigstens einmal auch geschafft habe, einer Frau unter den Rock zu fotografieren. Ein Auszug aus dem Erlebnisbericht: „War am Sonntag in …, um ein paar Teens in Strumpfhosen und Dirndl abzulichten. Ihre Beine sind mir schon von Weitem aufgefallen. Bin ihr dann hinterher. An einer Ampel war ich dann so nah an ihr dran …“

Bereits vergangene Woche durchsuchte die Polizei die Wohnung des Mannes, stellte seinen Computer und Dateien sicher. Laut Nordbayerischem Kurier hat der Mann bereits ein Geständnis abgelegt. Dabei soll er geäußert haben, dass er Hilfe brauche. Über das Motiv des Sex-Täters herrscht indes noch Unklarheit. Internet-Detektiv Norbert Weinhold (51), der in Aschaffenburg einen Verein zum Schutz der digitalen Identität gegründet hat, mutmaßt: „Für diese Täter sind Frauen Objekte ohne Wert.“ Sie wollten den Opfern schaden. Die eine Tätergruppe lebe weit von den Betroffenen entfernt und wolle schnelles Geld erpressen. Doch die weitaus größere Täter-Gruppe lebe lokal im Umfeld der Opfer.

Im Moment läuft noch die Auswertung der gefundenen Dateien. Dabei arbeiten die Polizeiinspektionen in Kemnath und Bayreuth-Land eng zusammen. Dem 35-Jährigen, der sich auf freiem Fuß befindet, drohen wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen bis zu zwei Jahre Haft.

tz

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