Sieben Jahre nach Mord: Was verrät Simones Tagebuch?

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Trügerisches Glück? Simone und Tobias

Rieden - Was ist ihr nur passiert? Diese quälende Frage stellt sich Familie Strobel aus Rieden bei Würzburg jeden Tag – seit sieben Jahren. Im Februar 2005 verschwand ihre geliebte Tochter und Schwester Simone im Urlaub.

Was ist ihr nur passiert? Diese quälende Frage stellt sich Familie Strobel aus Rieden bei Würzburg jeden Tag – seit sieben Jahren. Im Februar 2005 verschwand ihre geliebte Tochter und Schwester Simone im Urlaub in Australien und wurde später tot aufgefunden.

Ein Mord, der bis heute ungeklärt ist. Doch jetzt gibt es neue Hinweise: Zum Beispiel das Tagebuch von Simone, dem die Kindergärtnerin anvertraut hatte, dass es Streit zwischen ihr und ihrem Freund gegeben hat. Den Streit hatte der heute 30-Jährige immer bestritten. Rückblick auf den 11. Februar 2005: Simone (25) und ihr Freund Tobias S. reisen durch Australien. Mit dabei sind auch Tobias’ Schwester Katrin und deren Freund Jens. Am Abend sind die vier im Ort Lismore am Feiern, später übernachten sie auf dem Campingplatz. Am folgenden Tag fehlt Simone. Sechs Tage später wird die Leiche der Kindergärtnerin nur wenige Meter vom Campingplatz entfernt gefunden. Es war Mord!

Schnell denken die Ermittler, dass Tobias S. etwas mit der Tat zu tun hat. In jetzt aufgetauchten Verhörprotokollen bestreitet er jedoch vehement die Tat. Ein Ermittler: „Haben Sie miteinander gestritten?“ Der damals 23-Jährige antwortet voller Erregung: „Nein, wir haben nie gestritten. Wir waren glücklich!“ Zeugen sagen später jedoch aus, dass sie ein streitendes Paar auf dem Campingplatz gehört hätten. Und: Dass die Aussage von S. so nicht stimmt, beweisen auch die Tagebucheinträge von Simone.

 Nur einen Tag vor ihrem Verschwinden schrieb sie: „... da flippte er total aus. Es ist die badeste Vibration zwischen uns, solange wir hier in Australia sind.“ Und am Tag ihres Verschwindens berichtet sie: „Der heutige Tag begann genauso scheiße, wie der gestrige Tag aufgehört hat!“ Warum verschwieg Tobias S. die Auseinandersetzung? Und weshalb packten die Reisenden erst alles zusammen und bezahlten die Nacht am Campingplatz, bevor sie Simone vermisst meldeten? Die Polizisten halten Tobias für den Hauptverdächtigen – nur „der Mosaikstein, der die Beweise zusammenführt, fehlt“, sagt ein australischer Fahnder.

Tobias S., der nach Deutschland zurückgekehrt war, will bei den Ermittlungen nicht helfen. Und den Hinterbliebenen von Simone verweigert er ein Gespräch, wie übrigens auch seine Schwester. Verzweifelt und zornig – so fühlt sich deswegen die Familie Strobel. „Wir wollen einfach nur zur Ruhe kommen, trauern können“, sagt Simones Vater Gustl zu Sat.1 Bayern. Tobias S., der inzwischen 30 Jahre alt ist, verschlug es nach einem Aufenthalt in Südafrika wieder nach Australien. Hier lebt er mit einer reichen Freundin in Perth am Indischen Ozean. Vor den Ermittlern kann er aber nicht wegtauchen: „Wir werden ihn beobachten.“

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