Elfjähriger richtet beim Spielen großen schaden an

Siloballen aufgestochen: Klage des Landwirts abgewiesen

+
In Siloballen wird das Tierfutter haltbar gemacht.

Kempten - Die Eltern eines elfjährigen Buben, der beim Spielen Siloballen zerstochen hatte, müssen nicht für den entstandenen Schaden haften. Das Landgericht Kempten hat die Klage des Landwirts abgewiesen.

Der Elfjährige hatte mit seinen Eltern Urlaub auf dem Bauernhof gemacht und „Star Trek“ gespielt. Die Mais-Silageballen waren in seinem Spiel „Klingonen“, er hat mit einem Weidezaunstab Löcher hinein gestochen. Dadurch ist ein erheblicher Schaden entstanden.

Denn durch die luftdicke Verpackung wird bei den Silageballen das Viehfutter in einem chemischen Prozess haltbar gemacht. Das Futter in den zerstochenen Ballen war aber unbrauchbar geworden. Der Landwirt hatte das nicht gemerkt und es seinen Tieren trotzdem zum Fressen gegeben. Ein Großteil der Milchkühe wurde krank oder starb. Den Betrag, den die Tierarztkosten verursacht hatten und der notwendig war, um neue Tiere zu kaufen, wollte sich der Landwirt von den Eltern des Buben zurückholen, weil sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hatten. Das Landgericht wies die Klage ab – unter anderem, weil ein Elfjähriger nicht einer Kontrolle auf Schritt und Tritt bedürfe, so die Urteilsbegründung. Das Kind habe die Folgen nicht vorhersehen können.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Kläger hat Berufung eingelegt. 

mm

Auch interessant

Kommentare