Völkermord an Sinti und Roma

NS-Zeit: Einer der letzten Überlebenden gestorben

Aschaffenburg - Reinhard Florian, einer der letzten Überlebenden des NS-Völkermords an den Sinti und Roma, ist tot. Er starb mit 91 Jahren in Aschaffenburg.

Der 1923 in Matheningken im damaligen Ostpreußen geborene Florian starb am Montag mit 91 Jahren in Aschaffenburg. Dies teilte die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas am Dienstag in Berlin mit. Florian überlebte zwischen 1942 und 1945 mehrere Konzentrationslager und einen Todesmarsch. Mit Ausnahme seines Bruders und des Vaters wurden alle Mitglieder seiner 18-köpfigen Familie von den Nationalsozialisten ermordet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ sich Florian in Aschaffenburg nieder. „Mit Reinhard Florian verlieren die bayerischen Sinti und Roma einen Menschen, der nach der Erfahrung des Holocaust über Jahrzehnte hinweg Zeugnis von seinem Leidensweg abgelegt hat und öffentlich an die Nazi-Barbarei erinnerte“, erklärte der Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Erich Schneeberger. „Er lebte beispielhaft vor, dass Erinnerung an die Verbrechen der Nazis auch Verpflichtung für die Gegenwart bedeutet.“

Im Oktober 2012 war Florian Ehrengast bei der Eröffnung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin und wurde dabei von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) persönlich begrüßt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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