Auch ein Helm hätte ihn kaum gerettet

Ski-Unfall am Brauneck: Warum musste Robert sterben?

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Robert E. prallte auf die blau ummantelte Schneelanze.

Lenggries - Der Tod des 26 Jahre alten Robert E. auf der Ski-Piste am Brauneck macht auch am Tag nach dem Unglück noch alle fassungslos. Warum musste der junge Mann sterben? Eine Spurensuche:

Eigentlich könnte Peter Lorenz zufrieden auf die ersten Tage der Faschingsferien zurückblicken. Super Wetter, sehr gute Bedingungen und viele Besucher müssten den Geschäftsführer der Brauneck- und Wallbergbahnen erfreuen. Aber es hat einen Toten gegeben. Am Dienstag starb der 26-jährige Robert E. nach einem Ski-Unfall am Brauneck (tz berichtete).

Der Waakirchner war auf dem Lenggrieser Hang gegen 8.50 Uhr von hinten gegen eine 20-Jährige geprallt. Die junge Frau überschlug sich mehrfach und blieb dann benommen, aber nahezu unverletzt links neben der Piste liegen. Robert E. dagegen prallte fast ungebremst auf eine Schneelanze. Er starb kurz darauf in der Unfallklinik Murnau.

Auch ein Helm hätte den Tod von Robert E. wohl nicht verhindert

Dass er keinen Helm getragen hatte, „war nicht ursächlich“, heißt es bei der Polizei, die Wucht des Aufpralls hätte auch ein Kopfschutz nicht gemindert. Der Fliesenlegermeister prallte so vehement gegen die bis auf eine Höhe von 1,90 Metern dick gepolsterte Schneelanze, dass er schwerste Verletzungen im Brustbereich erlitt. Für Donnerstag ist eine Obduktion zur Ermittlung der genauen Todesursache angesetzt.

Auf welcher Strecke die verunglückten Skifahrer unterwegs waren, muss erst noch ermittelt werden. In dem Bereich des Lenggrieser Hangs gibt es zwei rote, also mittelschwere Pisten, die sich kreuzen – einmal geht es die sogenannte Hauptabfahrt talwärts, die andere ist die Floriabfahrt. Bevor sich diese Pisten kreuzen, warnen Schilder, zudem ist der Bereich gut einsehbar.Gegenüber dem "Tölzer Kurier" äußerten jedoch Mitglieder der Bergwacht, dass in diesem Abschnitt häufig in Schuss gefahren werde, da die Überleitung eine kleine Steigung habe.

Nur ein paar Meter weiter vorn oder hinten und der Unfall wäre nicht tödlich gewesen

Robert E. war nach Angaben der Polizei „mit hoher Geschwindigkeit“ unterwegs. Dass der Unfall für ihn so fatale Folgen hatte, ist eine schwer fassbare Tragik. Wäre er nur ein paar Meter weiter vorn oder hinten auf die Frau geprallt, hätte es für ihn vermutlich kaum schlimmere Folgen als für die 20-Jährige gehabt. Die Schneelanzen stehen etwa alle 50 Meter am Pistenrand.

Am Mittwoch gab es auf dem Brauneck keine Einschränkungen für Skifahrer. Das Wetter war gut, die Sonne schien, die Pisten waren bestens präpariert. So wie man es sich für die Faschingsferien wünscht.

Skifahrer stirbt am Brauneck: Bilder

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vp

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